KitzVenture will Anleger auskaufen

Ein neuer Geschäftsführer wird auf Druck der FMA bestellt.

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(c) Website KitzVenture

Wien. Die massiv in die Kritik geratene Private-Equity-Gesellschaft KitzVenture reagiert gleich mehrfach auf diverse Vorwürfe, unter anderem der irreführenden Werbung. KitzVenture sammelt über eine Crowdfunding-Plattform bei Anlegern Geld in Form von Nachrangdarlehen ein, um in Start-ups zu investieren, und verspricht 9,75 Prozent Zinsen im Jahr. Bisher wurden rund 200.000 Euro eingesammelt.

Jetzt ist der Absatz der Produkte einmal gestoppt. Und zwar so lange, bis alle rechtlichen Fragen geklärt sind, wie das Unternehmen am Dienstag bekannt gab. Gegen KitzVenture laufen ein verwaltungsrechtliches und ein zivilrechtliches Verfahren sowie ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren – zum Teil sind die Verfahren verzahnt. Weshalb die Anwälte der Firma ein Zuständigkeitswirrwarr kritisieren.

 

Kapitalerhöhung geplant

Die Firma will offenbar auch den bisherigen Anlegern einen Rückkauf anbieten. Darauf lässt zumindest die Ankündigung einer Kapitalerhöhung schließen. Details über die Höhe wurden nicht genannt, nur, dass in den nächsten Wochen frisches Kapital in die Gesellschaft fließen werde.

Nicht zuletzt tauscht KitzVenture den Geschäftsführer aus. Olaf Wittbrodt verlässt das Unternehmen, „im besten Einvernehmen“, wie es offiziell heißt. Sein Nachfolger ist Patrick Landrock. „Dieser Wechsel hat in erster Linie juristische Gründe und wurde mit unseren Anwälten abgestimmt“, heißt es dazu. Die Finanzmarktaufsicht (FMA), die die Firma wegen irreführender Werbung bereits abgestraft hat, begründete die Strafe auch damit: Ohne Änderung in der Geschäftsführung werde diese nicht von weiteren Gesetzesverstößen abgehalten. Das sei mit einem Wechsel der Geschäftsführung „so weit erledigt“, so KitzVenture. (red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.04.2017)

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