Nordex erwartet flaue Zeiten - Aktie auf Vier-Jahres-Tief

Der unter Druck geratene Windturbinenbauer Nordex hat sein Umsatzziel für 2017 zurückgenommen und rechnet auch im kommenden Jahr mit schwachen Geschäften.

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AFP (GUILLAUME SOUVANT)

Der weltweiten Windbranche steht eine Flaute bevor. Die schwindende Nachfrage, Unsicherheiten auf dem US-Markt sowie der Preisdruck machen den Unternehmen um Branchenprimus Vestas und der spanisch-deutschen Siemens Gamesa immer stärker zu schaffen. Am Dienstag berichtete nun Nordex-Chef José Luis Blanco von einem Einbruch der Bestellungen. Er kappte die Umsatzziele für 2017. Eine kurzfristige Besserung sieht er nicht. "Wir erwarten auch 2018 einen Rückgang der Nachfrage", sagte er. Erst ab 2019 könnten die Geschäfte wieder anziehen, in Deutschland sogar erst ab 2020.

Als einen Grund für die mauen Geschäfte nannte Blanco den immer größer werdenden Anteil der neu ausgeschriebenen Windenergie-Kapazitäten über Auktionen. Dabei erhielten zuletzt vor allem Bürgerwindparks den Zuschlag, die sich bis zu 54 Monate Zeit lassen dürfen, bis sie die Anlagen errichten - entsprechend verzögern sich auch die Aufträge für die Turbinenbauer. Blanco rechnet daher 2018 in Deutschland mit einem Umsatzrückgang von 600 Millionen Euro und Ergebniseinbußen.

An der Börse sorgten die düsteren Aussichten für einen Kursrutsch. Die Nordex-Aktie sackte um 7,7 Prozent auf 7,11 Euro und markierte damit den tiefsten Stand seit vier Jahren. Anfang 2017 wurden die Titel noch mit knapp 22 Euro gehandelt.

 

Umsatzziel gekappt

Nach einem Einbruch der Bestellungen um 50 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro nahm Blanco sein Umsatzziel für 2017 zurück. Er erwartet nun Erlöse unterhalb von 3,1 Milliarden Euro statt 3,1 bis 3,3 Milliarden. Die operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) soll vor Einmalaufwendungen unverändert 7,8 bis 8,2 Prozent erreichen. In den ersten neun Monaten stagnierten die Erlöse bei 2,3 Milliarden Euro. Das Ebitda ging auf 181,9 (Vorjahr: 203,9) Millionen Euro zurück.

Blanco hatte Nordex bereits im September eine Restrukturierungsprogramm verordnet mit dem Ziel, die Kosten in Europa um 45 Millionen Euro zu senken. 400 bis 500 der insgesamt rund 5200 Stellen sollen wegfallen.

Auch Vestas hatte zuletzt wegen der zunehmenden Konkurrenz und der Unsicherheit in Zusammenhang mit der US-Politik die Prognose gekappt. Siemens Gamesa will sich angesichts eines erwarteten Umsatz- und Gewinneinbruchs innerhalb von drei Jahren von mehr als einem Fünftel der rund 26.000 Mitarbeiter trennen. 

(Reuters)

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