"Angst, etwas zu verpassen" - Bitcoin kostet bereits mehr als 15.000 Dollar

Allen Warnung vor Kryptowährungen zum Trotz wird der Höhenflug des Bitcoin immer rasanter. Allein in den vergangenen 20 Tagen hat sich der Preis mehr als verdoppelt. Die Marke von 15.000 Dollar wurde bereits überschritten.

Es fließt viel Geld in den Bitcoin
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Es fließt viel Geld in den Bitcoin
Es fließt viel Geld in den Bitcoin – APA/dpa-Zentralbild/Jens Kalaene

Der Run auf den Bitcoin treibt den Kurs der Cyberwährung höher und höher: Am Donnerstag knackte sie in den frühen Morgenstunden die 14.000 Dollar-Marke, kurz vor Mittag fiel dann gleich auch die Marke von 15.000 Dolar. 15.242 Dollar waren um 11:24 Uhr neuer Höchststand. Noch Anfang des Jahres hatte ein Bitcoin weniger als 1000 Dollar gekostet. Gestern Mittwoch waren zunächst 12.000 und am Abend auch noch 13.000 Dollar überschritten worden.

"Da fließt zur Zeit viel Geld in den Bitcoin", sagte Leonhard Weese, Präsident der Bitcoin Association von Hongkong. Haupttriebfeder sei die Angst, etwas zu verpassen und Gier. Erst in der vergangenen Woche war der Kurs erstmals fünfstellig geworden. Dabei blenden die Anleger laut Börsianern mögliche Risiken komplett aus.

"An geplante verschärfende Regulierungen für Börsenbetreiber in der EU, um Geldwäsche und Terrorfinanzierung zu unterbinden, wird aktuell kein Gedanke verschwendet", sagte Timo Emden Deutschland-Chef des Online-Brokers DailyFX. "Vielmehr dürfen Anleger dem Start des Futures-Handels entgegenfiebern." Das könnte in den kommenden Tagen das Bitcoin-Fieber weiter erhöhen.

Viele Börsianer und Analysten warnen aber vor einem Engagement in der Cyberwährung und vergleichen den Kursanstieg mit der Spekulationsblase um Tulpenzwiebeln im 17. Jahrhundert. Nobelpreisträger Joseph Stiglitz hat ein Verbot der Cyberwährung gefordert. Mick McCarthy, Marktanalyst beim Brokerhaus CMC Markets in Sydney, warnte ebenfalls: "Wir sind mitten in einer Blase, und ein Merkmal für eine Blase ist die Tatsache, dass niemand weiß, wann die Blase platzt." 

Vergangenen Freitag hatte die US-Behörde CFTC grünes Licht für Bitcoin-Futures gegeben. Die US-Börse CBOE will Ende der Woche den ersten Bitcoin-Future in den Handel bringen, eine Woche später will die Chicago Mercantile Exchange (CME) folgen. Bei Terminkontrakten wird  ein "Basiswert" - das können Schweinehälften, Sojabohnen, Dollar oder eben Bitcoin - zu einem festen Preis schon heute verkauft. Grundidee ist, sich gegen künftige Preisschwankungen abzusichern. Damit stößt die Digitalwährung in das traditionelle Finanzgeschäft vor.  Auch bei der japanischen Tokyo Financial Exchange wird über die Einführung eines Bitcoin-Futures nachgedacht. Der Interessenverband "Futures Industry Association" kritisiert, die Regulierer hätten zu schnell und ohne intensive Diskussionen ihre Zustimmung erteilt.

Mit dem Start der Terminkontrakte werden Bitcoins für institutionelle Investoren besser handelbar. Einerseits können diese sich gegen künftige Preisschwankungen absichern. Andererseits kann aber auch auf Kursentwicklungen spekuliert werden. Für Neil Wilson von ETX Capital stellt die Einführung von Terminkontrakten den Versuch dar, den Bitcoin anderen Anlageformen anzugleichen. Das dürfte nicht im Sinne aller Bitcoin-Fans sein, denn viele von ihnen sehen in der Digitalwährung vor allem eine Alternative zu den klassischen Währungen.

(Reuters)

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