Krypto-Blase: Bitcoin fällt unter 10.000-Dollar-Marke

Die Kryptowährung Bitcoin war am Dienstag um 25 Prozent eingebrochen. Am Mittwoch ging die Talfahrt weiter.

FILE PHOTO: A collection of Bitcoin (virtual currency) tokens are displayed in this picture illustration
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REUTERS

Die umstrittene Digitalwährung Bitcoin hat sich am Mittwoch nach ihrem heftigen Kursabsturz am Vortag nur anfänglich stabilisieren können. In der Früh kostete ein Bitcoin auf der großen Handelsplattform Bitstamp  rund 11.000 US-Dollar (8.994,28 Euro). Doch schon am Vormittag kam der Preis neuerlich ins Rutschen. Er fiel am frühen Nachmittag auf unter 10.000 Dollar. Zuletzt war er am 29. November weniger als 10.000 Dollar wert.

Auch bei vielen anderen Kryptowährungen ist heiße Luft abgelassen. Gestern verloren beliebte Bitcoin-Alternativen massiv an Wert, so Ether (minus 28 Prozent), Ripple (minus 40,9 Prozent) und Litecoin (minus 27,6 Prozent).  Erst vor zehn Tagen hatten Kryptowährungen einen neuen Höchststand erreicht: Laut der Plattform Coinmarketcap.com waren sie gemeinsam mehr als 830 Milliarden Dollar wert. Am Mittwoch waren davon nur noch weniger als 500 Milliarden Dollar übrig.

Regulierungen befürchtet

"Die Cyber-Währung konnte sich in jüngster Vergangenheit von ähnlichen Kursrückschlägen relativ zeitnah erholen", sagte Timo Emden, Deutschland-Chef des Online-Brokers DailyFX. "Doch diesmal scheinen Investoren vor der größten Herausforderung zu stehen als je zuvor." Einem Medienbericht zufolge will China den Handel mit virtuellen Währungen blockieren. Südkorea will derartige Geschäfte ganz verbieten. Die beiden asiatischen Staaten gehören neben Japan zu den Hochburgen der Spekulation mit Bitcoin & Co.

Nach Einschätzung von Shuhei Fujise, dem Chef-Analysten des auf virtuelle Währungen spezialisierten Research-Hauses Alt Design, stehen den digitalen Talern schwere Wochen bevor. Bei dem G20-Gipfel im März könnten strengere Regeln für den Handel mit Krypto-Währungen Thema sein. Für Steven Englander, Chef-Anlagestratege des Vermögensverwalters Rafiki, ist der Markt an einem kritischen Punkt angelangt. "Kryptowährungsanleger müssen entscheiden, ob sie Bitcoin aufgeben, weil die Währung wegen ihrer technischen Beschränkungen von besseren Produkten verdrängt wird oder ob sie darauf setzen, dass Bitcoin trotzdem gedeihen kann."

APA

Einer der Kritikpunkte an Bitcoin ist die rechen- und zeitintensive Verarbeitung von Transaktionen. Konkurrenten wie Ethereum oder Ripple punkten aber nicht nur mit höherer Geschwindigkeit. Ihre Software dient gleichzeitig als Technologie-Plattform, die mehr bietet als reinen Geld-Transfer.

Von 1000 auf 20.000 Dollar

Der Bitcoin ist die bekannteste unter den mittlerweile rund 1.400 Digitalwährungen. Er hatte im vergangenen Jahr eine heftige Rekordjagd hingelegt und verteuerte sich im Jahresverlauf von etwa 1.000 auf fast 20.000 Dollar. Andere Digitalwährungen legten - prozentual betrachtet - teilweise noch stärker zu, etwa der Bitcoin-Konkurrent Ripple. Doch wewr hoch steigt, kann tief fallen. Ripple büßte seit Jahresbeginn 65 Prozent des Werts ein. Bei Ether beträgt der Wertverlust heuer 35 Prozent.

Digitalwährungen sind hoch umstritten. Den einen gelten sie aufgrund fehlender staatlicher Kontrolle als Freiheitssymbol, den anderen wegen möglichen Missbrauchs wie krimineller Handlungen als Gefahr.

(APA/dpa/Reuters)

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