Wie „50 Cent“ den Krach zu Gold macht

Ein Londoner Trader ist der große Profiteur der Börsenkorrektur in den USA. Warum man ihn nun nach dem populären Rapper benennt.

Hier ist das Original: Der Rapper Curtis Jackson, besser bekannt als "50 Cent".
Hier ist das Original: Der Rapper Curtis Jackson, besser bekannt als "50 Cent".
Hier ist das Original: Der Rapper Curtis Jackson, besser bekannt als "50 Cent". – REUTERS

Auch die Finanzmärkte kennen ihre Popstars. Und so hat der Rapper Curtis Jackson, der sich „50 Cent“ nennt, nun sein Pendant auf dem Börsenparkett gefunden. Wieso das?

Ein mysteriöser Trader ist Tagesgespräch in London. Er hat sich als der große Profiteur der massiven Turbulenzen auf den US-Börsen in der vergangenen Woche erwiesen. Insider wollen ihn laut „Financial Times“ identifiziert haben: Es soll sich um den Investmentfonds Ruffer handeln.

Wer von einem Einbruch an den Börsen profitiert, ist oft ein Spekulant mit apokalyptischen Visionen, der auf den Zusammenbruch der Finanzwelt gewettet hat. Was hier aber gar nicht der Fall ist: Der Fonds wollte nur seine Aktienpositionen in den USA absichern. Dass es dort in absehbarer Zeit zu einer Korrektur kommen würde, hatten ja sehr viele erwartet.

Reich werden mit dem Angstindex

Aber er verwendete für sein Hedging, das er über mehrere Monate ansammelte, ein ungewöhnliches Mittel: Optionen auf einen Anstieg des Vix an der Terminbörse von Chicago. Dieser Indikator für Volatilität erlangte nun als „Angstindex“ weltweite Bekanntheit, weil er vor allem bei der ersten kräftigen Kurskorrektur an der Wall Street wie verrückt ausschlug. Einen Sprung von 115 Prozent hatte es bei diesem Fieberthermometer der Anlegerpanik noch nie gegeben.

Was den Londoner Fondsmanagern einen unerwarteten Geldsegen bescherte: Sie machten mit ihrer Versicherungsposition satte 200 Millionen Dollar Gewinn. Nicht bekannt ist, ob Ruffer den Gewinn eingelöst hat. Zumindest einen Teil des Trades dürfte man vorsichtshalber noch einbehalten haben. Denn es kann ja durchaus sein, dass an den amerikanischen Handelsplätzen noch einmal die große Angst ausbricht.

Was aber hat das alles mit dem populären Rapper zu tun? Das Investmenthaus hatte seine Derivatkontrakte in großer Menge zu einem fixen Einzelpreis erworben. Und der war… erraten: 50 Cent. Der eine wird eben durch Krach auf der Bühne reich, der andere durch einen Krach an der Börse.

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgekauft
    Meistgelesen
      Kommentar zu Artikel:

      Wie „50 Cent“ den Krach zu Gold macht

      Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
      Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.