Börse unter Beschuss

Der Chefkontrollor der Deutschen Börse wird gehen.

Aufsichtsratschef Joachim Faber kündigte seinen mittelfristigen Rückzug an.
Aufsichtsratschef Joachim Faber kündigte seinen mittelfristigen Rückzug an.
Aufsichtsratschef Joachim Faber kündigte seinen mittelfristigen Rückzug an. – imago/Hannelore Förster

Frankfurt. Bei der Deutschen Börse gehen derzeit die Wogen hoch. Auf der Hauptversammlung am Mittwoch kündigte Aufsichtsratschef Joachim Faber seinen mittelfristigen Rückzug von der Spitze des Kontrollgremiums an. Faber stand wegen des Krisenjahrs 2017 massiv unter Druck. „Ich möchte mir allerdings vorbehalten, einen Übergang im Vorsitz des Aufsichtsrats im Laufe der neuen Wahlperiode vorzubereiten“, sagte er.

Einige Investoren und Stimmrechtsberater hatten zuletzt gefordert, Faber müsse spätestens nach einem weiteren Jahr an der Spitze des Aufsichtsrats seinen Hut nehmen. Sie kritisieren, Faber habe das Bonus-Modell für den im Vorjahr zurückgetretenen Vorstandschef, Carsten Kengeter, mitgestaltet. Dieses war Auslöser für Ermittlungen gegen den Börsenchef wegen mutmaßlicher Insidergeschäfte. Die Ermittlungen gegen Kengeter dauern an. Ihm wird vorgeworfen, er habe Aktien des Unternehmens zu einem Zeitpunkt gekauft, als er bereits mit der Londoner Börse LSE über eine, letztendlich gescheiterte, Fusion verhandelte.

Aktionärsvertreter machten ihrer Wut über die Insideraffäre und das Krisenmanagement Fabers Luft. „Das Handling des Skandals war äußerst dilettantisch“, sagte Klaus Nieding von der Aktionärsvereinigung DSW. Der Skandal selbst sei gerade für ein Unternehmen wie die Börse, die eine Vorbildfunktion habe, „der größte anzunehmende Unfall“. Die Aktie lag gestern leicht im Minus. (ag.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.05.2018)

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