Aktie von Monte Paschi geht aus Sorge vor Populisten-Plänen auf Talfahrt

Die Papiere des ältesten Geldhauses wurden kurzfristig vom Handel ausgesetzt. Die Lega will den Rettungsplan der Bank in Brüssel neu verhandeln.

People use a cash machine of Monte Dei Paschi bank in downtown in Florence
People use a cash machine of Monte Dei Paschi bank in downtown in Florence
Staat soll stärkster Aktionär von Monte Paschi bleiben. – REUTERS

Angebliche Pläne der beiden europakritischen Parteien Lega und Fünf-Sterne-Bewegung, die italienische Bank Monte Paschi di Siena (MPS) in öffentlicher Hand zu lassen, haben die Aktie des Geldhauses an der Mailänder Börse auf Talfahrt geschickt. Das Papier wurde am Freitagvormittag nach Verlusten von 8,8 Prozent auf 2,92 Euro am Donnerstag vorübergehend vom Handel ausgesetzt. Die MPS-Aktie wurde später wieder gehandelt, verzeichnete jedoch einen Rückgang von ein Prozent. Auch andere Bankenaktien wie Banco BPM und UBI Banca meldeten Kursverluste.

Aus dem Koalitionsvertrag von Lega und Fünf-Sterne-Bewegung geht hervor, dass der italienische Staat, der nach einem Rettungseinsatz mit 68 Prozent an der Bank beteiligt ist, stärkster Aktionär bleibt. Damit soll verhindert werden, dass das Institut Geschäftsfelder schließt, die nützlich für die Wirtschaft der Region sind. Die beiden Parteien wollen eine gemeinsame Regierung bilden.

"MPS ist die älteste Bank der Welt, ein Erbgut Italiens. Wir wollen in Brüssel den Rettungsplan neu verhandeln", betonte der Senator und Wirtschaftsexperte der Lega Claudio Borghi Aquilini im Interview mit der Tageszeitung "La Stampa" (Freitagsausgabe).

Die Pläne der Lega lösten eine empörte Reaktion des geschäftsführenden Wirtschaftsministers Pier Carlo Padoan aus. Er warnte vor Plänen, die die staatlichen Investitionen zur Bankenrettung beeinträchtigen könnten. Borghis Worte hätten einen "Vertrauensverlust" ausgelöst, wie der starke Rückgang im Aktienwert bezeuge.

Der italienische Staat bewahrte im vergangenen Jahr das traditionsreiche Institut mit einem 8 Mrd. Euro schweren Rettungspaket vor dem Kollaps. Der Staat will langfristig an seiner Beteiligung festhalten, in der Hoffnung letztendlich mit Gewinn aussteigen zu können. Der italienische Versicherer Generali ist mit einem Anteil von 4,3 Prozent der zweitgrößte Monte-Paschi-Aktionär. Monte dei Paschi di Siena gilt als älteste noch aktive Geschäftsbank der Welt.

(APA)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgekauft
    Meistgelesen
      Kommentar zu Artikel:

      Aktie von Monte Paschi geht aus Sorge vor Populisten-Plänen auf Talfahrt

      Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
      Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.