39 Prozent weniger Gewinn für den Faserkonzern Lenzing

Währungseffekte, gestiegene Rohstoffkosten und sinkende Preise für die eigenen Produkte sorgen beim österreichischen Faserhersteller Lenzing für massive Ergebniseinbußen.

Lenzing-CEO Stefan Doboczky
Lenzing-CEO Stefan Doboczky
Lenzing-CEO Stefan Doboczky – APA/HERBERT NEUBAUER

Der oberösterreichische Faserhersteller Lenzingstellt für heuer solide Geschäftszahlen in Aussicht, an die hohen Gewinn der vergangenen beiden Jahren ist aber nicht zu denken. Das zeigen die Zahlen für die ersten drei Quartale 2018. Bei einem Umsatzrückgang um 5,2 Prozent auf 1,64 Milliarden Euro brach das Betriebsergebnis (EBITDA) um 26,8 Prozent auf 290,6 Millionen Euro ein. Das Betriebsergebnis (EBIT) ging um 36,2 Prozent auf 190,3 Millionen Euro zurück. Das Periodenergebnis brach um 39 Prozent auf 133,8 Millionen Euro ein.

Der Umsatz- und Ergebnisrückgang  beruhte im Wesentlichen auf einem Mix aus niedrigeren Preisen bei Standardviscose, ungünstigeren Währungsrelationen und Preissteigerungen bei Schlüsselrohstoffen. "Die Gruppe agiert aktuell in einem herausfordernden Umfeld. Vor diesem Hintergrund sind wir mit der soliden Geschäftsentwicklung zufrieden", sagt Lenzing-Chef Stefan Doboczky. Die strategische Ausrichtung  mit starkem Fokus auf Spezialfasern wirke sich in diesem Umfeld positiv aus.

Der Konzern hat heuer den Ausbau der Lyocellfaser-Kapazitäten in Mobile, Alabama (USA), vor dem Hintergrund des boomenden Arbeitsmarktes in den USA und der wirtschaftspolitischen Spannungen zwischen den großen Handelsblöcken vorübergehend gestoppt. Um die starke Nachfrage nach Lyocellfasern bestmöglich bedienen zu können, werden die Lyocellfaser-Kapazitäten in Prachinburi (Thailand) erweitert.

Gemeinsam mit Duratex, dem größten Hersteller von Holzpaneelen in der südlichen Hemisphäre, wird der Bau der weltweit größten Faserzellstofflinie im Bundesstaat Minas Gerais (Brasilien) geprüft.  Die endgültige Investitionsentscheidung für den Bau hängt vom Ergebnis der technischen Planungen und der Zustimmung durch die entsprechenden Aufsichtsräte ab.

Anfang November wurde die Übernahme der verbleibenden 30 Prozent des staatlichen Joint-Venture-Partners NCFC durch die Lenzing Gruppe an der chinesischen Tochtergesellschaft Lenzing (Nanjing) Fibers Co. Ltd. (LNF) finalisiert. Nach Abschluss der Transaktion wird Lenzing LNF zur Gänze kontrollieren. Die Übernahme wird sich mit  21 Millionen Euro negativ auf das Ergebnis für das Geschäftsjahr 2018 auswirken. Sie unterstützt das strategische Wachstum von Lenzing als Hersteller von Spezialfasern aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz in China und weltweit.

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