Commerzbank sieht noch steinigen Weg vor sich

Die deutsche Commerzbank hat im dritten Quartal nur 218 Millionen Euro verdient.

REUTERS

Die Commerzbank sieht Fortschritte beim Konzernumbau und hat im dritten Quartal mehr verdient als erwartet. "Das Umfeld bleibt aber herausfordernd und wir haben trotz vieler Fortschritte noch einige Aufgaben vor uns", sagte Commerzbank-Chef Martin Zielke. Der Gewinn halbierte sich auf 218 (Vorjahr: 467) Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatten allerdings zahlreiche Sondereffekte wie der Verkauf des "Commerzbank-Towers" in Frankfurt das Ergebnis mit einer halben Milliarde Euro aufgebläht. Bei fast allen Kennzahlen übertraf das Institut die Schätzungen der Analysten, die schwer gebeutelte Aktie legte im Nebenwerteindex MDax um mehr als fünf Prozent zu.

Den niedrigen Zinsen und dem harten Wettbewerb will die Commerzbank mit steigenden Kundenzahlen und einer Ausweitung des Geschäfts begegnen. "Wir haben unsere bereinigten Erträge gesteigert und gewinnen stetig neue Kunden. Das zeigt, dass unsere Strategie richtig ist", sagte Zielke. Allein im dritten Quartal gewann die Bank im Privatkundengeschäft nach eigenen Angaben 117.000 Kunden und sieht sich auf Kurs, ihr Wachstumsziel zu erreichen. Die um Sondereffekte bereinigten Konzernerträge kletterten um knapp neun Prozent auf 2,18 Milliarden Euro.

Während die Bank im Privatkundengeschäft die Erträge auch dank einer stärkeren Kreditvergabe steigerte, kämpft das Firmenkundengeschäft weiter mit Gegenwind. Hier schrumpften die Erträge um fünf Prozent auf 918 Millionen Euro. Eine zügige Besserung erwartet Engels nicht. "Die niedrigen Margen des Neugeschäfts schlagen schneller durch als bei der Konkurrenz", sagte der Finanzchef. Die Bank habe ihr Firmengeschäft 2014/2015 bewusst zurückgefahren, was sich nun auswirke. Zudem wirbt sie mit Kampfkonditionen um neue Kunden.

Die Anleger sollen eine Dividende von 20 Cent je Aktie für 2018 erhalten, bekräftigte Engels. Soviel hatte das Geldhaus auch 2015 gezahlt, die bisher einzige Ausschüttung seit der Finanzkrise. Ob es wie damals auch 2018 zu einem Milliardengewinn reichen wird, ließ Engels offen, deutete aber an, dass er sich mit den Analystenschätzungen wohlfühlt. Diese erwarten im Schnitt einen Nettogewinn von knapp einer Milliarde Euro. Nach neun Monaten hat die Commerzbank 751 Millionen in der Tasche. Während Engels den Ausblick für 2018 bestätige, sieht er das Ertragsziel für 2020 außer Reichweite. Die Erträge würden dann "leicht unter" den bisher angepeilten 9,8 Milliarden Euro, aber über den Markterwartungen von 9,2 Milliarden Euro liegen, sagte Engels.

Auch im Ratenkreditgeschäft muss sich die Commerzbank strecken. Das gesamte Kreditvolumen stieg hier zwar auf 3,6 Milliarden Euro. "Damit liegen wir aber noch hinter unserem selbstgesteckten Wachstumsziel", sagte Engels. Die Commerzbank hatte im vergangenen Jahr ihre Partnerschaft bei Ratenkrediten mit BNP Paribas aufgelöst und betreibt das Geschäft nun alleine. Damals hatte sie sich ein Neugeschäftsvolumen von bis zu sechs Milliarden Euro bis 2020 zum Ziel gesetzt.

Fragen zum Interesse der Commerzbank an der NordLB blockte Engels ab: "Ich werde mich zu solchen Marktspekulationen nicht äußern." Finanzkreisen zufolge hat die Commerzbank ein unverbindliches Angebot für eine Beteiligung an der angeschlagenen Landesbank abgegeben und schaut derzeit in die Bücher. Die Offerte der Privatbank hat bei den Sparkassen für Aufruhr gesorgt, die eine Mega-Fusion ihrer Landesbanken prüfen. 

 

UNICREDIT: Die größte italienische Bank hat nach Abschreibungen in Höhe von 850 Millionen Euro auf ihre Beteiligung an der türkischen Bank Yapi Kredi die Gewinnerwartungen deutlich verfehlt. Der Nettogewinn erreichte im dritten Quartal 29 Millionen Euro, während Analysten mit 907 Millionen Euro gerechnet hatten.

SOCIETE GENERALE: Frankreichs zweitgrößte börsennotierte Bank hat im dritten Quartal den Konzerngewinn um 32 Prozent auf 1,23 Milliarden Euro gesteigert. Analysten hatten lediglich mit 917 Millionen Euro gerechnet.

BAWAG: Die österreichische Bank hat getrieben durch die jüngsten Zukäufe ihren Gewinn in den ersten drei Quartalen gesteigert. Das Ergebnis vor Steuern legte um 14 Prozent auf 429 Millionen Euro zu. Am Ausblick hält das mehrheitlich im Besitz der US-Finanzinvestoren Cerberus und Golden Tree stehende Institut fest: 2018 will die Bawag die Kosten-Ertrags-Quote unter 46 Prozent halten und den Überschuss vor Steuern um mehr als fünf Prozent steigern.

 


 

(Reuters)

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