Bawag kann Nettogewinn steigern

Bawag und die Bank-Austria-Mutter Unicredit legten am Donnerstag ihre Zahlen für die ersten drei Quartale vor. Die Ergebnisse könnten unterschiedlicher nicht sein.

Nach neun Monaten stand bei der Bawag ein Plus von 327 Mio. Euro zu Buche.
Nach neun Monaten stand bei der Bawag ein Plus von 327 Mio. Euro zu Buche.
Nach neun Monaten stand bei der Bawag ein Plus von 327 Mio. Euro zu Buche. – (c) REUTERS (Leonhard Foeger)

Wien. Der Börsegang der Bawag im vergangenen Jahr hat sich bisher nicht ausgezahlt. Zumindest nicht für den Streubesitz, der immerhin knapp 40 Prozent der Anteilseigner stellt. Seit der Erstemission Ende Oktober 2017 ging der Kurs des Geldhauses nämlich um rund 16 Prozent zurück. Einen kleinen Lichtblick gab es am Donnerstag, als das Papier zu den besten im ATX zählte.

Die Bawag gab gestern ihre Zahlen für die ersten drei Quartale bekannt. Demnach konnte das Institut seinen Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund neun Prozent auf rund 327 Mio. Euro steigern. Als Grund führte man einen höheren Provisionsüberschuss und einen steigenden Nettozinsertrag an.

Neue Mittelfristziele will sich die Bank ebenfalls verpassen. Konkretes blieb man aber schuldig. „Wir werden jetzt nicht einen Monat vor Jahresende die Ziele überarbeiten, sondern würden das mit dem Ganzjahres-Update entsprechend für 2019 anpassen, und wahrscheinlich auch für 2020/21“, sagte Finanzchef Enver Sirucic. Die vorläufigen Zahlen für das noch laufende Geschäftsjahr legt man am 19. Februar 2019 der Öffentlichkeit vor.

Das mehrheitlich im Besitz der US-Finanzinvestoren Cerberus und Golden Tree stehende Institut stellt für 2020 bisher einen Vorsteuergewinn von mehr als 600 Mio. Euro in Aussicht.

Sobald die konkreten Ergebnisse aus dem laufenden Jahr vorliegen, könnte auch der Weg für ein neues Aktienrückkaufprogramm frei gemacht werden. Ein Rückkauf über 1,3 Mio. Aktien für ein Vergütungsprogramm ging erst vor Kurzem zu Ende.

Immer wieder Thema war in der jüngeren Vergangenheit auch die Aufkündigung der langjährigen Post-Vertriebspartnerschaft. Die Entflechtung sei bis zum Ende des dritten Quartals zu 85 Prozent abgeschlossen gewesen, sagte Sirucic. Im September war die Bank noch in 67 Filialen der Post vertreten – 2016 waren es mehr als fünfmal so viele.

 

Türkei belastet Unicredit

Das Geldhaus war am Donnerstag übrigens nicht das einzige, das seine Zahlen vorlegte. Auch die Unicredit gab ihre Ergebnisse bekannt. Eine teure Abschreibung auf das im Jahr 2015 gekaufte Türkei-Geschäft von knapp 850 Mio. Euro hat die Bank-Austria-Mutter im dritten Quartal fast in die roten Zahlen gedrückt. Zwischen Juli und September blieb nur ein Gewinn von 29 Mio. Euro übrig, nach 2,8 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Der Lira-Verfall in der Türkei führte auch dazu, dass die Unicredit ihre Tochter mit Kapital versorgen musste.

Auch musste die Mailänder Großbank wegen der schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen ihres Landes bei den Ertragszielen für das laufende und kommende Jahr zurückrudern. 2018 und 2019 werde zudem nicht ganz so viel Kapital aufgebaut wie zuletzt noch erhofft. Zumindest beim Gewinn bleibt die Bank auf Kurs – dank der Kosteneinsparungen bestätigte das Geldhaus sein Ziel, im kommenden Jahr 4,7 Mrd. Euro zu verdienen. Um dieses trotz unerwartet niedriger Erträge und des herausfordernden Umfelds zu erreichen, will die Bank ihre Einsparungen um 200 Mio. Euro erhöhen.

Für die Bank Austria wies die Unicredit einen Gewinn für die ersten neun Monate von 333 Mio. Euro aus. Der Wert liegt um rund 29 Prozent unter dem Vorjahresergebnis, als Sondererlöse aus Immobilienverkäufen das österreichische Ergebnis erhöht hatten.

An der Börse wurde die Unicredit-Aktie abgestraft, sie gab um vier Prozent auf rund elf Euro nach, seit Jahresbeginn steht ein Minus von 30 Prozent zu Buche. Zu ihren besten Zeiten kostete eine Aktie noch 190 Euro. (ag./nst)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.11.2018)

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