Treichl: Rekordgewinn als "Geburtstagsgeschenk"

Die Erste Group hat im Vorjahr knapp 1,8 Milliarden Euro verdient. Das politische Risiko wiege im Moment stärker als das wirtschaftliche, sagt CEO Andreas Treichl, der Anfang 2020 die Bank verlässt. Für heuer erwartet er weiter steigende Erträge.

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Erste-Chef Andreas Treichl präsentiert für die Bank eine Erfolgsbilanz. Die börsenotierte Bank hat im Vorjahr den Nettogewinn nach Minderheiten um 36,3 Prozent auf 1,793 Milliarden Euro gesteigert. "Es ist nicht nur das Beste in unserer Geschichte, sondern auch ein Geburtstagsgeschenk an unsere Gründer, die vor 200 Jahren ein Geschäftsmodell entwickelt haben, welches die Region, in der wir heute wieder aktiv sind, stark verändert hat", sagte Treichl.Er scheidet Anfang 2020 aus dem Geldinstitut aus.

Anleger dürfen sich freuen. Die Dividende wird von 1,20 auf 1,40 Euro je Aktie erhöht.

Auch der Ausblick ist erfreulich: Die Erträge werden. heuer stärker wachsen als die Kosten. Bei der Kreditnachfrage erwartet das Wiener Geldhaus ein Wachstum im mittleren einstelligen Bereich. Die Risikokosten sollten auf einem historisch niedrigen Niveau bleiben, gegenüber dem Vorjahr aber leicht zulegen. Die Eigenkapitalverzinsung (ROTE) werde bei über elf Prozent erwartet. Negativ werde sich die neue rumänische Bankensteuer auswirken, erklärte die Erste Group. Derzeit sei aber noch nicht klar, in welchem Ausmaß.

Das Institut profitierte im Vorjahr unter anderem von der Auflösung von Risikovorsorgen und niedrigeren Steuern. Der Zinsüberschuss stieg - vor allem in Tschechien und in Rumänien - um 5,3 Prozent auf knapp 4,6 Milliarden Euro. Der Provisionsüberschuss erhöhte sich um 3,1 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Die Betriebserträge stiegen insgesamt um 2,9 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro, während der Verwaltungsaufwand mit 4,2 Milliarden Euro nahezu stabil blieb.

Weil infolge der starken Wirtschaftsdaten in Osteuropa viele schon abgeschriebene Kredite zurückgezahlt wurden, konnten Vorsorgen dafür aufgelöst werden, was netto sogar ein Plus von 59 Millionen Euro brachte. Im Jahr davor mussten per Saldo 132 Millionen Euro für faule Kredite zur Seite gelegt werden. Nur noch 3,2 Prozent des Kreditbestands gelten als problematisch (Vorjahr: 4 Prozent). Das ist der tiefste Stand seit vielen Jahren.

Auf der "Passivseite" der Region Zentral/Osteuropa stand 2018, dass "für uns als Unternehmen das politische Risiko im Moment stärker wiegt als das wirtschaftliche", gab der Banker zu bedenken. Das treffe aber nicht nur auf diese Region zu.

Die Harte Kernkapitalquote der Bank liegt derzeit bei 13,5 Prozent, die Eigenmittelquote bei 18,2 Prozent.

 

(APA/Reuters)

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