Steigende Inflation lässt EZB aufatmen

Die Daten aus der Eurozone sind überraschend positiv.

EZB bei Nacht
EZB bei Nacht
EZB bei Nacht – APA/dpa/Boris Roessler

Wien/Brüssel. Die jährliche Inflation ist im Euroraum im April um 1,7 Prozent gestiegen – gegenüber 1,4 Prozent im März. Dies geht aus einer Schnellschätzung von Eurostat hervor, die am Freitag veröffentlicht wurde. Energie war im vergangenen Monat erneut der größte Preistreiber. Damit liegt die Inflation nicht mehr weit entfernt vom Ziel der Europäischen Zentralbank.

Diese definiert Preisstabilität mit einem Wert von „nahe bei, aber knapp unter zwei Prozent“ Teuerung. Die steigenden Inflationszahlen sind gute Neuigkeiten für die sogenannten Falken in der Notenbank, die sich eine rasche Straffung der extrem lockeren Geldpolitik wünschen. Anders als etwa die US-Notenbank Federal Reserve hat die EZB bisher keinen Schritt weg von der Nullzinslinie gemacht.

Das Geld bleibt also extrem billig. „Falke“ Jens Weidmann, der Präsident der Deutschen Bundesbank, verwies schon am Donnerstag auf die guten Zahlen vom Arbeitsmarkt. Steigende Einkommen sollten den privaten Konsum stärken und dies wiederum dabei helfen, die Schwächephase der europäischen Wirtschaft zu überwinden, so Weidmann. „Der Anstieg der Inflationsrate wird die Notenbanker zusätzlich in der Annahme bestärken, dass die Wirtschaft sich wieder beschleunigen könnte, bevor die Inflation merklich zurückgeht“, sagte Ökonomin Maeva Cousin von Bloomberg. Auch in Deutschland hatte die Teuerung zuletzt angezogen. (jil/ag.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.05.2019)

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