Kartellsorgen setzen Aktien von Amazon und Google gehörig zu

Aktien der Google-Konzernmutter Alphabet büßten am Montag sieben Prozent ein und zogen auch andere große Internet-Papiere mit nach unten.

REUTERS

Die US-Regierung knöpft sich Insidern zufolge die vier Technologieriesen Facebook, Apple, Google und Amazon vor. Wettbewerbsbehörden sollen die Marktmacht und die Praktiken der vier Unternehmen, die mit ihren Angeboten weltweit täglich Milliarden von Menschen erreichen, genauer unter die Lupe nehmen, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen am Montag zu Reuters sagten.

Amazon und Facebook würden von der US-Branchenaufsicht FTC untersucht, die Google-Mutter Alphabet und Apple vom Justizministerium. Die Konzerne und die Behörden wollten sich dazu nicht äußern. Anlegern gefielen die Aussichten auf Untersuchungen durch die Kartellbehörden gar nicht: Die Aktien von Facebook und Alphabet verloren jeweils rund sieben Prozent, Amazon gaben 5,2 Prozent nach und Apple knapp zwei Prozent.

Das US-Justizministerium untersucht den Insidern zufolge nun, ob Google bei den Ergebnissen seiner Suchmaschine eigene Geschäfte bevorzugt. 2013 hatte die US-Wettbewerbsbehörde FTC eine lange Untersuchung des Konzerns abgeschlossen, Google musste damals bestimmte Praktiken abstellen. Vertreter des Justizministeriums und der FTC trafen sich den Insidern zufolge in den vergangenen Wochen, um den Fall zu erörtern. Wie das "Wall Street Journal" berichtete, schuf die FTC bei Facebook die Voraussetzungen, um das Verhalten des weltgrößten sozialen Netzwerks im Wettbewerb zu untersuchen. Unklar blieb zunächst, was genau bei Apple und Amazon geprüft werden sollte.

Der Musikstreamingdienstes Spotify hatte vor ein paar Wochen eine Beschwerde gegen den iPhone-Hersteller bei der EU-Kommission in Brüssel eingereicht wegen missbräuchlichem Verhalten im App Store. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager hatte erklärt, den Vorwurf sehr ernst zu nehmen und prüfen zu wollen.

Vielen Politikern und Verbraucherschützern ist die marktbeherrschende Stellung der Internetfirmen und deren Praktiken schon lange ein Dorn im Auge. Wettbewerbshüter in Europa und den USA ermittelten in den vergangenen Jahren mehrfach gegen die Konzerne. Zuletzt verhängte die EU-Kommission etwa gegen Alphabet ein Bußgeld von 1,5 Milliarden Euro, weil das Unternehmen seine marktbeherrschende Stellung bei Online-Werbung missbraucht und Rivalen behindert haben soll.

Mit Blick auf Facebook hatte sich unter anderem Mitgründer Chris Hughes für eine Zerschlagung ausgesprochen. Seiner Ansicht nach sei der von seinem früheren Zimmergenosse Mark Zuckerberg geführte Technologiegigant zu mächtig geworden. Facebook wird von mehr als zwei Milliarden Menschen genutzt, mehrmals gab es Datenschutz-Pannen in Europa und den USA.

(APA/Reuters)

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