Österreichische Staatsanleihen trotz politischer Turbulenzen gefragt

Die Republik kann sich erneut zu sehr günstigen Konditionen refinanzieren. Ein zehnjährige Anleihe erzielt bei der Emissionsrendite eine neues Rekordtief.

Ungeachtet der jüngsten innenpolitischen Turbulenzen erfreuen sich Österreichische Staatsanleihen großer Beliebtheit an den Finanzmärkten. Die Republik konnte sich heute, Dienstag, erneut zu sehr günstigen Konditionen refinanzieren.

"Die Regierungsturbulenzen hatten überhaupt keine Auswirkungen auf den Primär- oder Sekundärmarkt in Österreich", sagte der Chef der Österreichischen Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA), Markus Stix, zur APA. Die Anleihen konnten dagegen weiterhin von der Aussicht auf niedrige Zinsen in Europa profitieren. Die Europäische Zentralbank (EZB) wird am kommenden Donnerstag das Ergebnis ihrer nächsten Ratssitzung bekannt geben. Am Markt wird damit gerechnet, dass die EZB ihren Leitzins noch für einige Zeit bei Null halten wird. Zudem dürften die Inflationserwartungen der EZB niedrig bleiben.

Auch die Unsicherheiten rund um den Handelsstreit zwischen China und den USA, ein möglicherweise drohendes EU-Defizitverfahren in Italien sowie das leicht gestiegene Neuwahlrisiko in Deutschland nach dem Rücktritt der SPD-Chefin Andrea Nahles hätten Österreichs Anleihen zu einer weiterhin guten Nachfrage verholfen, so Stix.

Bei der heute aufgestockten zehnjährigen Anleihe mit einem Kupon von 0,5 Prozent konnte mit einer Emissionsrendite von 0,073 Prozent erneut ein Rekordtief erreicht werden. "Der bisherige Tiefststand von 0,237 Prozent konnte noch einmal deutlich unterboten werden", sagte Stix. Die Anleihe war 2,5-fach überzeichnet.

Auch die Rendite für das Papier mit einem Kupon von 2,4 Prozent und einer Restlaufzeit von 15 Jahren fiel mit 0,441 Prozent sehr niedrig aus. "Damit konnte die tiefste Rendite einer 15-jährigen Benchmarkanleihe erzielt werden", sagte der OeBFA-Chef. Die Anleihe verzeichnete ebenfalls eine solide Nachfrage, die 2,11-fache Überzeichnung sei laut Stix ein "guter Mittelwert".

Die zehnjährige Anleihe wurde um rund 0,75 Mrd. Euro und die 15-jährige Anleihe um rund 0,63 Mrd. aufgestockt. Beide Papiere haben nun ein Gesamtvolumen von jeweils knapp 8 Mrd. Euro. In Summe seien mit der heutigen Aufstockung nun rund 50 Prozent des geplanten Finanzierungsvolumens für 2019 abgedeckt, sagte Stix. Durch den Regierungswechsel ändere sich am Jahresplan der OeBFA nichts.

(APA)

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