Deutsche Post: Jubel über Pakete-Boom

Die Deutsche Post profitiert vom wachsenden Paket-Markt und von steigenden Expresszustellungen, erhöht Aussichten fürs Gesamtjahr.

Deutsche Post plant einen operativen Ertrag von fünf Millionen Euro bis 2020.
Deutsche Post plant einen operativen Ertrag von fünf Millionen Euro bis 2020.
Deutsche Post plant einen operativen Ertrag von fünf Millionen Euro bis 2020. – (c) Bloomberg (Martin Leissl)

Wien. Selten sind sie geworden, die Wachstumsgeschichten über Unternehmen, die nicht aus der Tech-Branche stammen. Die Deutsche Post DHL ist ein solcher Fall: Im zweiten Halbjahr konnte der Bonner Logistiker seinen Umsatz um 3,6 Prozent auf 30,8 Milliarden Euro erhöhen und den Gewinn um 7,9 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro steigern. Darüber hinaus wurde die Jahresprognose angehoben: Der operative Gewinn soll 2019 bis zu 4,3 statt wie bisher knapp vier Milliarden Euro ausmachen.

Doch wenn man genauer hinschaut, stellt man fest, dass auch hier der überwiegende Teil des Wachstums aus einem Bereich kommt, der von Tech-Konzernen wie Amazon angetrieben wird: aus dem Onlinehandel. Es sind die stetig wachsenden Auslieferungen von Paketen und die höhere Nachfrage nach Expresszustellungen, die dem deutschen Logistikunternehmen solch gute Zahlen beschert haben.

Hinzu kommen höhere Erträge pro ausgeliefertem Paket durch die jüngsten Preiserhöhungen. „Die eingeleiteten Preismaßnahmen greifen, der durchschnittliche Umsatz pro Paket steigt“, sagt Post-Vorstandsvorsitzender Frank Appel bei der Ergebnispräsentation. Auch die für das zweite Halbjahr angekündigte Erhöhung des Briefportos in Deutschland wird sich positiv auf das Ergebnis auswirken.

 

Auf Handelsstreit vorbereitet

Sorgen bereiten hingegen die globalen Entwicklungen rund um den Handelskonflikt zwischen den USA und China. Mit ihrem weltweiten Logistiknetzwerk ist die Deutsche Post – neben anderen international tätigen Logistikern wie UPS, FedEx oder DB Schenker – von Freihandel und einem regem Warenaustausch abhängig.

Doch die Auseinandersetzung der beiden Wirtschaftsmächte ist mittlerweile kein neues Phänomen mehr – man sei vorbereitet, sagt Post-Finanzchefin Melanie Kreis: „Angesichts der Handelskonflikte und der damit verbundenen Unsicherheiten kommt die nachlassende Dynamik im Welthandel nicht völlig überraschend.“ Die Deutsche Post habe ein breites Portfolio, das mache sie robust. Zudem habe man in der Lagerlogistik langfristige Verträge.

Auf China angesprochen, sagt Kreis: „Wir haben ein sehr starkes Geschäft in China.“ So selbstbewusst die Einschätzungen sind, so ehrgeizig sind auch die Ziele: Bis 2020 soll der operative Ertrag auf mehr als fünf Milliarden Euro steigen. (ag.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.08.2019)

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