Fusionsgerüchte in der Stahlbranche

ThyssenKrupp könnte den Stahlhändler KlöCo übernehmen, sagen Insider.

ThyssenKrupp könnte den Stahlhändler KlöCo übernehmen, sagen Insider.
ThyssenKrupp könnte den Stahlhändler KlöCo übernehmen, sagen Insider.
ThyssenKrupp könnte den Stahlhändler KlöCo übernehmen, sagen Insider. – APA/AFP/INA FASSBENDER

Essen. Die seit Jahren immer wieder aufkeimende Idee einer Deutschen Stahl AG hat durch Berichte über Gespräche zwischen ThyssenKrupp und dem Stahlhändler Klöckner & Co (KlöCo) neue Nahrung erhalten. Hintergrund ist ein Bericht des „Handelsblatt“, wonach Thyssen KlöCo übernehmen will. Die Aktien beider Unternehmen legten zunächst zu, drehten aber ins Minus

Seit Jahren gibt es Spekulationen über eine Fusion der Geschäfte von ThyssenKrupp und KlöCo. Die Unternehmen wollten sich dazu am Freitag nicht äußern. Insider bezweifeln, dass eine Übernahme von KlöCo – der Börsenwert liegt bei 544 Mio. Euro – unmittelbar bevorsteht, auch weil ThyssenKrupps Kassenlage angespannt ist. Nach einem strategischen Zickzack-Kurs will Thyssen-Chef Guido Kerkhoff die milliardenschwere Aufzugstochter teilweise an die Börse bringen oder verkaufen.

 

Aufzugssparte wird verkauft

Ein mit der Strategie ThyssenKrupps vertrauter Insider sagte, der Konzern habe im Moment alle Hände voll zu tun, um den geplanten Börsengang zu organisieren. Ein bevorstehender Deal mit KlöCo wäre daher sehr überraschend. Ein Händler sagte, es wäre für Thyssen strategisch schwer zu begründen, die lukrative Aufzugssparte zu verkaufen, um anschließend in das schwächelnde Stahlhandelsgeschäft zu investieren.

Nach der geplatzten Stahlfusion mit Tata und einem Verkauf der Aufzugssparte muss ThyssenKrupp die früher ungeliebte Stahlsparte jedoch wieder in den Mittelpunkt der Strategie rücken. „ThyssenKrupp bleibt nichts anderes übrig, als sich wieder auf das Stahlgeschäft zu konzentrieren“, sagte Michael Muders, Portfoliomanager von Union Investment.

Der Stahlhandel ist zersplittert. Neben Produzenten wie ThyssenKrupp, Salzgitter und ArcelorMittal sind auch zahlreiche Mittelständler auf dem Markt aktiv. Eine Konsolidierung der Branche wird von vielen Experten erwartet.

Bei ThyssenKrupp und KlöCo wäre es ein Zusammengehen zweier schwächelnder Geschäfte. Beide Unternehmen haben mit Gewinneinbrüchen und Kursrückgängen zu kämpfen. (Reuters/red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.08.2019)

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