Deutsche Telekom enttäuscht Aktionäre

Die Deutsche Telekom sorgt trotz Gewinnsprungs für Unmut bei ihren Aktionären. In den USA und in Osteuropa läuft das Geschäft zäh. Hohe Sonderbelastungen schmälern den Gewinn. Die Dividende wird deshalb gekürzt.

(c) EPA (OLIVER BERG)

Bonn/Ag. Die Deutsche Telekom sorgt trotz eines Gewinnsprungs im Vorjahr für Unmut bei ihren Aktionären. Die Dividende wird nämlich von 78 auf 70 Cent je Aktie zurückgeschraubt. Der Grund sind die hohen Abschreibungen auf die griechische Tochter OTE, Kosten für den Personalabbau und andere Probleme, die sich mit 1,9Mrd. Euro negativ zu Buche schlugen.

Der Nettogewinn von 1,7Mrd. Euro lag zwar deutlich über den 353Mio. Euro von 2009, aber unter den Analystenerwartungen von 2,78Mrd. Euro. Die T-Aktie war mit einem Abschlag von rund zwei Prozent größter Verlierer im Dax.

Die DT durchlebt im Auslandsgeschäft schwere Zeiten. In den USA verlor die Handy-Tochter T-Mobile allein im vierten Quartal 320.000 Kunden. „Das Geschäft in den Vereinigten Staaten ist eine Enttäuschung, die Vertragsentwicklung dort ist schlimmer, als wir ohnehin schon befürchtet haben“, sagte Michael Kovacocy von Evolution Securities. Konzernchef René Obermann kündigte Gegenmaßnahmen an, zu denen auch Partnerschaften gehören. In Osteuropa wiederum haben viele Länder die Folgen der Wirtschaftskrise noch nicht verkraftet. Für 2011 stellte Obermann deshalb kein Gewinnwachstum in Aussicht. Die Dividende soll bis 2012 gleich bleiben. Eine Enttäuschung mehr für die Analysten.

 

Mehr Kunden in Österreich

In Österreich konnte T-Mobile Austria das operative Ergebnis (Ebitda) bei 283Mio. Euro stabil halten, während der Umsatz um 5,3 Prozent auf 983 Mio. Euro zurückging. Der zweitgrößte Mobilfunker steigerte die Kundenzahl um 9,6Prozent auf 3,778Millionen. Trotz des scharfen Preiskampfes sei das Nettoergebnis „deutlich positiv“, sagte Geschäftsführer Robert Chvatal.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.02.2011)

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