Geld abheben kostet

Ab Oktober müssen die Kunden von Raiffeisen Salzburg zahlen, wenn sie beim Bankomaten einer Fremdbank Geld beheben wollen. Beim Raiffeisenverband ist man der Ansicht, dass die Konten nicht unbedingt teurer werden.

(c) Clemens Fabry

Wien/Nst. Kunden des Raiffeisenverbandes Salzburg werden künftig zur Kasse gebeten: Ab 1. Oktober dieses Jahres müssen die Kontoinhaber des Instituts eine Gebühr von 0,80 Euro berappen, wenn sie bei einem Bankomaten einer anderen Bank Geld beheben wollen. Innerhalb des Raiffeisensektors ändert sich nichts.

Die Bank argumentiert ihr Vorgehen so: Bislang seien die Spesen für Fremdbehebungen in die Kontogebühren eingeflossen. So hätten sie auch jene Kunden getroffen, die diese Leistung gar nicht in Anspruch genommen hätten.

Beim Raiffeisenverband ist man der Ansicht, dass die Konten nun nicht unbedingt teurer werden. Im Gegenteil: Die Kontogebühren könnten sogar um bis zu 60 Prozent sinken, heißt es dort. Wer nämlich geringere Kosten verursache, zahle auch weniger Spesen. Drei Viertel der Kunden würden schon jetzt ausschließlich bei Raiffeisenbanken ihr Geld beheben. Das Institut plant, seine Kunden ab Juli über die Änderungen zu informieren. Jene Raiffeisen-Kunden, die ihr gängiges Kontomodell behalten wollen, können dies auch. Sie müssten dies nur per schriftlichem Einspruch kundtun.

Bei Raiffeisen NÖ-Wien, Oberösterreich, Steiermark und Burgenland sei ein vergleichbarer Schritt kein Thema, heißt es dort. Auch Erste Bank, Bank Austria und Bawag wollen sich dem Modell nicht anschließen.

Der Raiffeisenverband Salzburg ist jedoch nicht der Erste, der einen solchen Schritt setzt: Die Raiffeisenbank Tirol verlangt bereits seit 2009 Gebühren von ihren Kunden, wenn diese bei einer Fremdbank Geld abheben. Die Spesen belaufen sich auf 60 Cent. Dafür wurde den Kunden die Bankomatgebühr von knapp 21 Euro gestrichen. Beim Verein für Konsumenteninformation hat man mit den neuen Spesen freilich keine Freude, weil sie dem Geist der Bankomatkarte widersprechen würden.

Einziger Trost: Für deutsche Bankkunden ist das Abheben bei einer Fremdbank wesentlich teurer.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.06.2011)

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