Leiterplatten: AT&S verdoppelt Investitionen in China

Zweites Werk in Chongquing kostet steirischer Firma 600 Mio. Euro. Damit belaufen sich die gesamten Investitionen in die Region auf 1,2 Mrd. Euro. AT&S erwirtschaftet in China Jahresumsatz von rund 350 Mio. Euro.

(c) APA (Wolfgang Wehap)

WIEN/SHANGHAI/APA/RED. Der steirische Hersteller von Leiterplatten AT&S weitet sein Engagement in China kräftig aus. Schon jetzt hat das Unternehmen in Shanghai einen Produktionsstandort. Dieser wurde bereits zweimal um eine Fertigungshalle erweitert und platzt nunmehr aus allen Nähten.
In Chongquing stampft AT&S ein zweites Werk aus dem Boden – und nimmt dafür bis zum Endausbau 600 Mio. Euro in die Hand, wie Kernaktionär Hannes Androsch (er hält 21,5 Prozent über eine Privatstiftung) sagt. Auch in das erste Werk flossen 600 Mio. Euro, womit sich die Investitionen der Firma in China auf 1,2 Mrd. Euro verdoppeln werden. In einer ersten Ausbauphase kostet das neue Werk „100 bis 200 Mio. Euro“, schätzt Androsch. Die Produktion soll 2013 anlaufen. Dann wolle man – abhängig von der Entwicklung der Weltwirtschaft – entscheiden, ob das Werk schrittweise weiter hoch gefahren wird. Letztlich sollen ein zweites und drittes Werk am Standort folgen.
Die von AT&S hergestellten Leiterplatten werden für Handys, Tablet-PCs und digitale Kameras verwendet. Branchenkennern zufolge beliefert AT&S unter anderem die Kult-Marke Apple und profitiert dadurch vom Erfolg des iPhone. Die steirische Firma nennt ihre Kunden im Smartphone-Bereich nicht – seit 2008 ist sie jedoch nach eigenen Angaben der weltweit größte Hersteller von Leiterplatten (gemessen am Umsatz) und hält bei Handys einen Marktanteil von zehn Prozent, bei Smartphones einen Marktanteil von 25 Prozent.
AT&S ist bereits durch das bestehende Engagement in Shanghai der größte heimische Investor in China. Die Firma erwirtschaftet in China einen Jahresumsatz von rund 350 Mio. Euro. „Das ist über die Hälfte unseres Gesamtumsatzes“, sagt Androsch. Auch in Taiwan – einem wichtigen IT-Markt – eröffnet das börsenotierte Unternehmen derzeit ein Vertriebsbüro. Die Aktie von AT&S notierte am späten Nachmittag leicht im Minus bei rund 9 Euro. Von Bloomberg befragte Analysten empfehlen sie zum Kauf.

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