Staatskonten: Republik erhält eigene Bankleitzahl

Es kommt zu keiner Neuausschreibung für die Verwaltung der Staatskonten. Die Republik bleibt der Bawag treu - diese darf die Konten weiter verwalten.

Staatskonten Republik erhaelt eigene
Staatskonten Republik erhaelt eigene
(c) AP (Ronald Zak)

Aus der von der Konkurrenz vor und nach dem Verkauf der Bawag P.S.K. an den US-Investor Cerberus geforderten Neuausschreibung für die Verwaltung der Staatskonten ist auch diesmal nichts geworden. Heute, Dienstag, haben die Bank und das Finanzministerium bekanntgegeben, dass sie ihre Zusammenarbeit - mit einigen Adaptierungen - fortsetzen wollen. Die Republik zählt zu den größten und wichtigsten Zahlungsverkehrskunden der Bawag. An diesem Kuchen wollten auch die anderen heimischen Finanzinstitute mitnaschen. Eine Neuausschreibung stand zuletzt 2007 in Diskussion.

Die Bawag ist durch die Übernahme der Postsparkasse (P.S.K.) zu den Staatskonten gekommen. Seit über 120 Jahren - noch aus Zeiten des k.k. Postsparcassen-Amtes - ist das Institut so gesehen nunmehr für den Zahlungsverkehr des Bundes, der Behörden Ämter sowie zahlreicher bundesnaher Unternehmen verantwortlich.

Republik erhält eigene Bankleitzahl

Teil der gestern vereinbarten Fortsetzung der Zusammenarbeit sind "zeitgemäße Anpassungen". Unter anderem erhält die Republik von der Nationalbank eine eigene Bankleitzahl (BLZ) und einen eigenen BIC (Bank Identification Code) für den internationalen Zahlungsverkehr. Dies diene der Steuerung der Einzahlungen und Auszahlungen des Bundes, teilten die Bank und das Finanzministerium am Dienstag mit.

Die adaptierte Vereinbarung berücksichtige, dass heute hauptsächlich elektronische Transaktionen die beleghaften Überweisungen mittels Erlagschein abgelöst hätten. Heute werden bereits über 80 Prozent aller Zahlungen des Bundes auf Basis des einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrs (SEPA) durchgeführt.

Finanzministerium hat Konten bei Bawag

Der Bund wickelt alle Transaktionen, die in Zusammenhang mit der Republik Österreich stehen - wie zum Beispiel Pensionszahlungen, Beihilfen und sämtliche Sozialleistungen, Förderungen sowie Steuerzahlungen - über die Konten des Finanzministeriums bei der Bawag ab. Daneben nehmen auch zahlreiche bundesnahe Unternehmen diese Dienstleistungen in Anspruch.

Die Bawag verarbeitet nach eigenen Angaben an einem Tag durchschnittlich 170.000 Zahlungsverkehrsbelege und rund eine Million elektronische Überweisungen. Sie verfügt damit über einen Marktanteil von beinahe 20 Prozent an den österreichischen Zahlungsverkehrstransaktionen.

(APA)

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