Statistik: Das halbe Geld für Lebensmittel

Ukrainische Haushalte haben im Vergleich am wenigsten Geld zur Verfügung.

(c) Die Presse (Michaela Bruckberger)

WIEN (mk). Wie wenig man „Osteuropa“ in einen Topf werfen kann, macht eine Studie des Wiener Beratungsunternehmens Regioplan deutlich. Denn während Haushalte in Slowenien pro Jahr rund 19.900 Euro ausgeben, haben die ukrainischen Haushalte nicht einmal ein Zehntel davon (1700 Euro) zur Verfügung (siehe Grafik).Zum Vergleich: Für Österreich werden die jährlichen Verbrauchsausgaben mit rund 32.900 Euro pro Haushalt angegeben.

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Unter Verbrauchsausgaben werden alle Anschaffungen oder Dienstleistungen eines privaten Haushalts innerhalb eines Jahres verstanden und zwar unabhängig davon, ob sie im Einzelhandel, direkt vom Erzeuger oder im Ausland erworben wurden. Je weniger Geld ein Haushalt zur Verfügung hat, desto höher ist freilich der Anteil, der für Lebensmittel und Tabak ausgegeben wird.

In Rumänien, Bulgarien, Serbien und der Ukraine machen die Ausgaben für Lebensmittel derzeit noch fast die Hälfte der gesamten Ausgaben aus. Auf Wohnen und Energie entfallen – abhängig vom Entwicklungsstand eines Landes – zwischen 15 und 21 Prozent der Haushaltsausgaben. Hat ein Haushalt wie in Slowenien relativ viel Geld zur Verfügung, werden 17 Prozent der Ausgaben für Transport und Verkehr aufgewendet. In ärmeren Ländern sind es hingegen nur acht Prozent.


Konsumieren auf Pump

Daher ist in vielen osteuropäischen Ländern das Marktpotenzial für andere Konsumgüter eingeschränkt. Besonders bei mittel- und langfristigen Gütern wie etwa technischen Geräte und Möbeln bestehe noch großer Aufholbedarf in den untersuchten Ländern, so Regioplan. „Die Haushaltsgrößen werden kleiner, das führt zu mehr Haushalten, die eingerichtet werden müssen. Zusätzlich steigt das Bedürfnis nach Statussymbolen wie Markenkleidung, technischen Geräten und einem Auto“, sagt Regioplan-Geschäftsführerin Hanna Bomba-Wilhelmi. Finanziert würden diese Güter großteils über Konsumkredite und Darlehen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.03.2008)

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