Mitterlehner-Rücktritt crashte Seveldas Abschiedsfeier

Nach der Mitterlehner-Rücktrittsmeldung waren die Festgäste nicht ganz bei der Sache. Ihre Blicke klebten an den Smartphones.

RBI-ABSCHIEDSEMPFANG FUeR SEVELDA
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RBI-ABSCHIEDSEMPFANG FUeR SEVELDA
Karl Sevelda – APA/HERBERT NEUBAUER

Falscher Zeitpunkt könnte man sagen. Heute Mittag war offizieller Abschiedsempfang der RBI für Karl Sevelda, der schon im März nach der Fusion von RZB und RBI sein Amt als Raiffeisen-Chef an Johann Strobl übergeben hatte. Der Empfang begann kurz nach 12 Uhr am Stadtpark in Wien. Ungeteilte Aufmerksamkeit war da aber nicht mehr sicher, denn da machte die Ankündigung von Mitterlehners Pressekonferenz bereits die Runde.

Als dann die Nachrichten vom Rücktritt von Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) eintrafen, klebten noch mehr Blicke als sonst an den Handys. Getuschelt wurde schon davor. Schließlich wurde schon seit Montag öffentlich über einen bevorstehenden Rücktritt des ÖVP-Chefs spekuliert.

Für Nowotny "Role Model eines modernen Bankers"

"Ich habe natürlich gemerkt, dass Sie jetzt alle abgelenkt waren", sagte Bankchef Strobl, als er Bankerkollegen, Wirtschaftsbosse und weitere Wegbegleiter Seveldas zu Mittag in der Bankzentrale in Wien begrüßte. Amtierende Politiker waren heute anderweitig beschäftigt. In einer viertelstündigen Video-Einspielung mit zahlreichen prominenten Wortspenden kam als einziger ÖVP-Politiker Außenminister Sebastian Kurz zu Wort. Für Nationalbankchef Ewald Nowotny war Sevelda "Role Model eines modernen Bankers".

Humorvolle Würdigungen für den unkonventionellen Banker gab es bei der Feier viele. Ein Angebot von Erste-Chef Andreas Treichl sorgte für Lacher: "Wenn ihm fad ist: er hat meine Mobiltelefonnummer. Er kann mich jederzeit anrufen." Zur Erinnerung: Der Erste-Chef hatte in einem Überraschungscoup vor einigen Monaten den abgetretenen Bank-Austria-Chef Willibald Cernko als Vorstand in sein Haus geholt. Sevelda selber hat immer deponiert, nach seinem Abgang als Banker mehr Zeit für Familie und Politik haben zu wollen. Er ist wirtschaftspolitisch stark vernetzt, nennt sich einen bekennenden Liberalen. Als Pensionist bleibt er noch einige Zeit Konsulent der Bank.

(APA)

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