Lidl wegen Werbeplakat mit der Kirche übers Kreuz

Die Supermarktkette hat Kreuze von griechischen Kirchen auf Werbungsplakaten wegen "Bewahrung religiöser und politischer Neutralität" gelöscht. Politiker und der Prager Erzbischof protestierten.

Primas Dominik Duka ist empört wegen Lidl-Plakaten
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Primas Dominik Duka ist empört wegen Lidl-Plakaten
Primas Dominik Duka ist empört wegen Lidl-Plakaten – AFP (ALBERTO PIZZOLI)

Die Supermarktkette Lidl hat in Tschechien mit Werbungsplakaten zur "Griechischen Woche" für Aufsehen gesorgt. Auf den Plakaten ist die Insel Santorini zu sehen, Kreuze orthodoxer Kirchen wurden jedoch im Nachhinein entfernt. Die katholische Kirche sowie einige Politiker reagierten daraufhin empört, wie tschechische Medien am Montag berichteten.

Der Prager Erzbischof und tschechische Primas Dominik Duka verurteilte den Vorgang als "beispiellosen und ungebildeten Akt". "Bisher geht es 'nur' um Fälschung von Fotos, allerdings gibt es Befürchtungen, dass es bald zur tatsächlichen Beseitigung von Kreuzen an Kirchen kommen kann", schrieb Duka in einem Brief an den griechischen Botschafter in Prag. Die europäische Zivilisation habe mehrere Wurzeln, wobei die griechische Demokratie und Philosophie eine der wichtigsten sei, so Duka.

Empört zeigte sich auch der christdemokratische Landwirtschaftsminister Marian Jurecka, der die Kunden indirekt zum Boykott von Lidl während der "Griechischen Woche" aufforderte. "Die Leute sollten selbst einschätzen, ob sie eine derartige Kampagne unterstützen wollen, indem sie diese Woche dort einkaufen gehen", erklärte der Minister gegenüber dem tschechischen Rundfunk. Das Vorgehen Lidls sei "sehr gefährlich".

Der Europaabgeordnete und Chef der tschechischen Freiheitlichen Petr Mach fand via Twitter noch schärfere Worte: Es sei keine Sache der politischen Korrektheit, es handle sich um eine "Schweinerei", kritisierte er.

Lidl selbst begründete den Schritt, die Kreuze auf den Fotos zu entfernen, damit, "religiöse und politische Neutralität" bewahren zu wollen. In einer Aussendung entschuldigte sich das Unternehmen und betonte, die "aktuelle Erfahrung" bei der künftigen Werbe- und Marketingplanung zu berücksichtigen.

(APA)

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