Managergehälter: Großbritannien begeht den Tag der "fetten Katzen"

Bis Donnerstagmittag hat ein britischer Topmanager mehr verdient als ein Arbeiter im ganzen Jahr. Kritiker riefen den "Fat Cat Thursday" aus.

FILE PHOTO: Martin Sorrell, chairman and chief executive officer of WPP, the world's largest advertising company, speaks at the Confederation of British Industry's (CBI) annual conference in London.
FILE PHOTO: Martin Sorrell, chairman and chief executive officer of WPP, the world's largest advertising company, speaks at the Confederation of British Industry's (CBI) annual conference in London.
Martin Stuart Sorrell, Chef des Werbe- und Medienkonzerns WPP, war im Jahr 2016 der Spitzenverdiener unter den FTSE-100-Bossen – REUTERS

Wenn Briten dieser Tage über „Fat Cats“ - fette Katzen – diskutieren, geht es vermutlich nicht um Schwergewichte unter den Haustieren, sondern unter den Unternehmensbossen. Grund dafür ist eine Studie des „Chartered Institute of Personnel and Development“ (CIPD), bei der die Jahresgehälter der Manager von Unternehmen im FTSE 100 Index ausgehoben wurden. Das Ergebnis: Die bestbezahlten britischen Manager verdienten bis Donnerstagmittag mehr als ein durchschnittlicher Arbeiter im gesamten Jahr. Kritiker haben daher am 4. Jänner den „Fat Cat Thursday“ ausgerufen, das Medienecho blieb nicht aus.

Tim Roache, Chef der Gewerkschaft GMB, bezeichnet diese Gehaltsunterschiede in einem „Guardian“-Bericht als „obszön“. Arbeiter müssten jeden Cent umdrehen „um ihre Familien zu ernähren und ihnen ein Dach über dem Kopf zu bieten“. Roache kritisiert die Regierung von Theresa May, die in seinen Augen nicht genug getan hat, um die Gehaltsunterschiede zu verkleinern und fordert einen Mindestlohn von zehn Pfund pro Stunde.

900 Pfund pro Stunde

Der Studie zufolge verdient der CEO eines FTSE-100-Unternehmens im Schnitt 3,45 Millionen Pfund (3,88 Millionen Euro) pro Jahr, ein Arbeiter 28.758 Pfund (32.326 Euro). Rechnet man dieses Gehalt auf einen Stundensatz um, kassiert ein Topmanager fast 900 Pfund in der Stunde.
Der bestbezahlte Boss war laut der Untersuchung, die auf Zahlen aus dem Jahr 2016 basiert, Martin Stuart Sorrell, Chef des Werbe- und Medienkonzerns WPP. Er erhielt ein Jahresgehalt von 48 Millionen Pfund (54 Millionen Euro).

In Österreich legt die Arbeiterkammer jährlich einen ähnlichen Bericht über die Vorstandsgagen vor. Im Jahr 2016 hat ein Vorstand eines ATX-Unternehmens demnach im Schnitt 1,5 Mio. Euro kassiert, was dem 51-fachen Medianeinkommen entspricht.

>>> Bericht auf „theguardian.com“

"Forbes"-Liste 2017: Die reichsten Menschen der Welt

(sk)

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