Auch als Queen darf man nicht auf fairen Lohn bauen

Netflix zahlt die Queen schlechter als ihren Prinz Philip.

Actor Claire Foy, who plays Queen Elizabeth II, attends the premiere of ´The Crown´ Season 2 in London
Actor Claire Foy, who plays Queen Elizabeth II, attends the premiere of ´The Crown´ Season 2 in London
Schauspielerin Claire Foy – (c) REUTERS (Simon Dawson)

Selbst die Königin von England steht auf verlorenem Posten, wenn es um gerechte Bezahlung geht. Dafür sorgten die Macher der erfolgreichen Netflix-Serie „The Crown“ über das Leben der jungen Königin Elisabeth II.

Hier geht es natürlich nicht um das Gehalt der realen Monarchin, die heuer ihren 92. Geburtstag feiert. Es geht um Claire Foy, 33 Jahre alt und umjubelte Hauptdarstellerin der Serie „The Crown“. Sie räumte für ihre Darstellung der jungen Queen Preis um Preis ab. Und es geht um ihren TV-Ehemann, Matt Smith, 35 Jahre, der wie der echte Prinz Philip dazumal im Schatten seiner Partnerin verschwand. Anders als Foy wurde er für keinen Preis nominiert.

Ganz so schwer dürfte es ihm aber nicht gefallen sein, sich in die Rolle des ewigen Zweiten an der Seite der fiktiven Gemahlin zu fügen. Denn verdient hat der Mann im Schatten mehr als die Frau im Scheinwerferlicht. Das gaben die Macher der Serie diese Woche zu. Ihre Begründung: Mr. Smith sei davor durch seine Hauptrolle in der BBC-Serie „Doctor Who“ deutlich bekannter – und damit wertvoller – gewesen als seine Queen.

So ging Foy pro Folge laut Berichten mit 40.000 Dollar heim – bei einem ansehnlichen Gesamtbudget von sieben Millionen Dollar. Pro Folge. Was Smith bekam, ist nicht bekannt. Nur dass es mehr war, wissen wir jetzt. Generell hüllten sich die Beteiligten – Netflix, Foy und Smith – in royales Schweigen.

Sie müssen auch nichts sagen. Die Nachricht über die Finanzlage im fiktiven Königshaus schafft es in einer Zeit, in der Hollywood verzweifelt versucht, beim Thema Gleichbehandlung und dem generellen Umgang mit weiblichem Personal alles richtig zu machen, sofort in die Schlagzeilen. Frisch in den Köpfen ist die Anekdote der viermal für den Oscar nominierten Schauspielerin Michelle Williams, die für einen Dreh 80 Dollar am Tag bekam. Ihr männlicher Gegenpart Mark Wahlberg ging mit 80 Dollar plus 1,5 Millionen Dollar Extragage nach Hause. Bei selber Drehzeit und Rollengröße.

Jetzt könnte man sich freuen: Beide Geschichten boten das in Hollywood unerlässliche Happy End. Herr Wahlberg spendete die Gage im Namen von Frau Williams an einen Fonds, der gegen unfaire Gehälter und die Belästigung von Frauen in Hollywood kämpft. Und die Produzenten von „The Crown“ gelobten Besserung: Ab der kommenden, dritten Staffel werde niemand mehr besser bezahlt werden als ihre Majestät.

Happy End? Zumindest Foy dürfte das nicht ganz so sehen. Die dritte Staffel von „The Crown“ springt um fast zwei Jahrzehnte in die Zukunft. Über die Gage darf sich eine neue Queen freuen.

antonia.loeffler@diepresse.com

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.03.2018)

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