Vom Lehrling zum Chef: 68 Jahre im gleichen Unternehmen

Peter Greisler begann 1950 bei Debeka - und machte eine beeindruckende Karriere. Im Alter von 81 Jahren scheidet der heute Aufsichtsratsvorsitzende aus der deutschen Versicherungsgruppe aus.

Peter Greisler
Peter Greisler
Peter Greisler im Jahr 2004 – Imago

Seit 68 Jahren arbeitet Peter Greisler (81) für die deutsche Debeka-Versicherung, jetzt zieht sich der Aufsichtsratschef zurück. "Nach 30 Jahren im Vorstand, davon 26 Jahre als Vorstandsvorsitzender, und 16 Jahren als Aufsichtsratsvorsitzender leitet Greisler nun einen Generationswechsel ein", teilte die genossenschaftlich geprägte Debeka-Gruppe mit.

Peter Greisler begann mit 14 Jahren, im Jahr 1950, als Lehrling bei  Debeka. In 26 Jahren hat er es bis zum Vorstandsvorsitzenden einer Versicherungsgruppe geschafft. Nach seiner Zeit als Generaldirektor wurde er in die Aufsichtsräte gewählt, wo Greisler seitdem den Vorsitz innehatte. Außerdem war Greisler zwölf Jahre lang Vorsitzender des Verbands der Privaten Krankenversicherung.

Auch Greislers Nachfolger sind lange be Debeka

Debeka versteht offenbar etwas von Mitarbeiterbindung: Neuer Aufsichtsratsvorsitzender soll Vorstandschef Uwe Laue (61) werden, der auch schon seit 44 Jahren (er begann als 16-jähriger Lehrling) für die Debeka arbeitet und den Versicherer seit 2002 leitet. Als künftiger Vorstandsvorsitzender soll laut Debeka-Personalvorstand Thomas Brahm (54) den Aufsichtsräten vorgeschlagen werden. Auch er ist schon lange bei der Versicherungsgruppe beschäftigt - seit 1982, damals war er 18 Jahre alt.

Laue hat für seinem Nachfolger einen Rat parat, den er vor einigen Jahren in einem Interview formulierte: "Rede mit den Menschen und höre dir immer beide Seiten an. Sich vom Hörensagen ein Urteil zu bilden, egal zu welcher Thematik, ist nie ideal. Darüber hinaus lautet meine These: Menschen können eine Arbeit nur dann erfolgreich verrichten, wenn sie Freude daran haben. Und für diese Freude ist auch der Chef zuständig."

16.000 Mitarbeiter

Die drei Personal-Wechsel werden zum 1. Juli angestrebt. Mehrere Gremien müssen noch zustimmen. Mit jährlichen Beitragseinnahmen und Geldeingängen von mehr als 13 Milliarden Euro, 7 Millionen Mitgliedern und 16.000 fest angestellten Mitarbeitern gehört die Debeka zu den großen Anbietern der Branche in Deutschland. Wie auch die Konkurrenz hat sie mit Niedrigzinsen und zunehmenden regulatorischen Anforderungen an Versicherer zu kämpfen. 2017 gewann sie neue Marktanteile hinzu.

(APA/Red.)

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