Athener Ökonom: Wettbewerbsproblem weitgehend gelöst

In zwei bis drei Jahren werden sich die Fortschritte in den griechischen Statistiken widerspiegeln, sagt der griechische Forscher Yannis Katsoulacos.

Athener oekonom Wettbewerbsproblem weitgehend
Athener oekonom Wettbewerbsproblem weitgehend
(AP Photo/Kostas Tsironis)

Das Wettbewerbsproblem der griechischen Volkswirtschaft ist weitgehend erledigt, die Fortschritte werden von den Statistiken aber noch nicht widergespiegelt. Diese Ansicht vertritt der griechische Ökonom Yannis Katsoulacos, der am Donnerstag bei einer Veranstaltung des Wirtschaftsforums in Wien teilnahm. "In zwei bis drei Jahren" werde sichtbar sein, dass Griechenland seine Wettbewerbsfähigkeit verbessert habe.

Praktisch alle Ökonomen halten für Griechenland reale Lohnsenkungen um Ausmaß zwischen 30 und 40 Prozent für unumgänglich, meint Katsoulacos. "Bei den vom Staat abhängigen Löhnen haben wir schon jetzt Lohnsenkungen in diesem Ausmaß". Die politische Klasse in Europa müsse aber verstehen, dass "Reform und Austeritätspolitik nicht das gleiche sind" und dass es "keine Lösung ohne Konsens geben wird". Katsoulacos ist prinzipiell für einen Verbleib in der Eurozone, ein Neustart mit einer nationalen Währung sei keine Lösung.

Die größten Probleme seines Landes seien erst Mitte des vergangenen Jahrzehnts entstanden: Der Staatsapparat sei zu stark gewachsen, die Wettbewerbsfähigkeit massiv zurückgegangen. Davor - unter den Mitte-Linksregierungen der Ära Giorgios Papandreou (1999 - 2004) - habe Griechenland nur nachgeholt, was es während 50 Jahren Diktatur versäumt habe.

(APA)

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