Telekom Austria: Pecik hält keine Aktien mehr

Investor Ronny Pecik hat die restlichen 16 Prozent seiner Beteiligung an die mexikanische America Movil des Milliardärs Carlos Slim übertragen.

Telekom Austria Pecik haelt
Telekom Austria Pecik haelt
(c) APA (Helmut Fohringer)

Der Investor Ronny Pecik hält ab sofort keine Anteile mehr an der Telekom Austria. Mit dem heutigen Tag seien die restlichen 16 Prozent seiner Beteiligung am größten heimischen Telekom-Unternehmen an die mexikanische America Movil des Milliardärs Carlos Slim übertragen worden, heißt es in einer Aussendung vom Dienstag.

Die Marathon Beteiligungs GmbH, eine Hundert-Prozent-Tochter der RPR Privatstiftung von Ronny Pecik habe den Verkauf der noch ausstehenden rund 16 Prozent Anteile an der Telekom Austria AG an die Hundert-Prozent-Tochter von America Movil, S.A.B. de C.V. ("AMX") heute abgeschlossen. Schon am 15. Juni waren die ersten rund fünf Prozent der Aktien an AMX übertragen worden.

Unabhängig davon prüft die Finanzmarktaufsicht noch den Verkauf, weil die Telekom Austria eine Bankkonzession besitzt und damit kontrolliert werden müsse, ob der neue Aktionär geeignet ist, die nachhaltige Entwicklung des Konzerns zu unterstützen.

Rasinger: "Spät aber doch kehr Vernunft ein"

Indes kehrt mit der am Montag angekündigten Dividendenkürzung bei der Telekom Austria nach Ansicht des Anlegervertreters Wilhelm Rasinger "spät, aber doch die Vernunft ein, die die IVA (Interessenvertretung der Anleger, Anm.) immer wieder eingefordert hat". Er halte jedoch nichts von einer "homöopathischen" Dividende von fünf Cent, sagte Rasinger am Dienstag. Es wäre besser gewesen sie vorerst ganz ausfallen zu lassen.

Sobald es wieder eine Grundlage für eine Gewinnausschüttung gebe, könnte laut Rasinger wieder eine "spürbare Dividende" gezahlt werden, die für ihn bei zehn Cent beginne.

"Es bedurfte des Herrn Pecik"

"Es ist schon eigenartig, dass es erst des Herrn Pecik bedurft hat, dass beim Vorstand und Aufsichtsrat der Telekom wirtschaftliche Vernunft einkehrt", sagte Rasinger. Er wäre auch sehr daran interessiert, die Vereinbarungen und Überlegungen von ÖIAG und Telekom Austria zum neuen Aktionär America Movil zu erfahren. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die zuschauen, wie sie innerhalb von ein paar Monaten ein Drittel ihres Kapitaleinsatzes verlieren." Seit Jahresbeginn hat die Telekom-Aktie 39 Prozent an Wert verloren und notierte heute um 13.30 Uhr bei 5,69 Euro (minus 7,3 Prozent).

"Eine schwierige Baustelle" für die Telekom sei Weißrussland, sagte der IVA-Chef. "Das war immer eine strategische Fehlentscheidung, in Weißrussland so viel Geld auszugeben, was sich jetzt bitter rächt."

(APA)

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