Rudolf Kaske zum neuen AK-Präsidenten gewählt

Bei der Wahl erhält der Nachfolger von Herbert Tumpel 93 Prozent der Stimmen. Kaske will "großen Druck für eine Vermögenssteuer machen."

ARBEITERKAMMER-PPRAeSIDENTEN-NACHFOLGE: KASKE / TUMPEL
ARBEITERKAMMER-PPRAeSIDENTEN-NACHFOLGE: KASKE / TUMPEL
APA/HERBERT NEUBAUER

Rudolf Kaske ist neuer Präsident der Arbeiterkammer. Der langjährige Vorsitzende der Gewerkschaft vida erhielt Dienstagvormittag bei der Hauptversammlung der AK 93,55 Prozent der Stimmen. Kaske wird damit neunter Präsident der Arbeiterkammer in der Zweiten Republik. Sein Vorgänger Herbert Tumpel hatte sich am Montag nach 16 Jahren im Amt endgültig zurückgezogen und schon in der Wiener Kammer an Kaske übergeben (>>>mehr dazu).

Zuvor hatte sich sein Vorgänger Herbert Tumpel vor der Hauptversammlung verabschiedet. Er sprach in seiner Abschiedsrede von einem "bewegenden Moment". Er empfahl der Kammer weiter Seite an Seite mit der Gewerkschaft möglichst über die Fraktionsgrenzen hinweg für die Rechte der Arbeitnehmer einzutreten. Seinem designierten Nachfolger Kaske wünschte er viel Kraft und Elan.

Kaske für mehr Regulierung der Märkte

Kaske hat bei seiner ersten Pressekonferenz in neuer Funktion klassische Gewerkschaftsthemen in den Vordergrund gerückt. Geworben wurde unter anderem für eine stärkere Vermögensbesteuerung sowie für die Eingrenzung von Manager-Gehältern. Ausarbeiten will Kaske ein Bonus/Malus-Modell im Pensionsbereich, um die Betriebe zu motivieren, Beschäftigte länger im Arbeitsleben zu halten.

Bis zum Sommer möchte der AK-Präsident hier eine gemeinsame Position der Kammer erarbeitet haben und diese dann in Verhandlungen mit der Wirtschaftskammer einbringen. Umgesetzt haben will Kaske das Konzept nach den nächsten Regierungsverhandlungen, also möglichst gleich 2014.

Manager-Gehälter einbremsen

Einbremsen will der Arbeiterkammer-Chef die Manager-Gehälter. Wenn diese das 48-fache eines Facharbeiters verdienten, könne man das nicht als gerecht bezeichnen. Ansetzen will Kaske zunächst einmal bei der steuerlichen Absetzbarkeit der Manager-Gehälter, die eingeschränkt werden sollte.

Wichtig nimmt der AK-Chef den Kampf für Vermögenssteuern, die ein "Gebot der Zeit" seien. Senken will Kaske dagegen die steuerliche Belastung des Faktors Arbeit. Weitere Themen: der Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen sowie der Fachkräfteausbildung.

Opposition skeptisch

Skeptisch haben FPÖ und Team Stronach auf den neuen Arbeiterkammer-Präsidenten reagiert. Viel zu oft sei die AK in der Vergangenheit als "Propagandainstrument der SPÖ missbraucht" worden, meinte FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl, der den neuen Präsidenten aufforderte, sich von dieser "Unsitte" zu lösen. Kickl erwartet sich etwa, dass die AK in Sachen Arbeitslosigkeit "Druck auf die diesbezüglich lethargisch agierende Bundesregierung" aufbaut.

Auch der neue AK-Präsident werde "die ideologischen Gräben zwischen SPÖ und ÖVP nicht schließen", glaubt Stefan Markowitz, Arbeitnehmersprecher des Team Stronach. Damit würden auch weiterhin notwendige Reformen in den Bereichen Bildung, Pensionen und Gesundheit blockiert.

(APA)

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