Italien entsorgt 71.000 Tonnen Müll in Österreich

Italien muss einen Teil seines Abfalls ins Ausland exportieren. Der größte Anteil - fast ein Viertel davon - landet in Österreich.

Plastikmuell
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Der größte Anteil des Mülls, den Italien ins Ausland exportieren muss, landet in Österreich: 71.000 Tonnen pro Jahr werden nach Österreich gebracht. Das ist fast ein Viertel der 311.000 Tonnen, die Italien im Ausland entsorgt, geht aus einem am Mittwoch vorgestellten Bericht des Forschungszentrums Ispra hervor. Die größte Menge des exportierten Mülls sind Plastikverpackungen - in Österreich landen 11.000 Tonnen. Auch 23.000 Tonnen Haushalts-Müll gelangen der Studie zufolge nach Österreich.

Italien hat nach wie vor Probleme mit Recycling. 40 Prozent oder zwölf Millionen Tonnen des von den Haushalten produzierten Mülls landen in Deponien. In Italien gibt es insgesamt 186 Mülldeponien für nicht gefährlichen Abfall. In den vergangenen zehn Jahren wurden 288 Müllhalden geschlossen, 80 Prozent davon befanden sich in Süditalien.

"Züge der Schande"

Schon lange hat Italien ein massives Problem mit der Müllentsorgung. Die Mafia lagert den Abfall auf illegalen Deponien oder versenkt ihn im Meer (DiePresse.com berichtete). Und in Neapels Straßen türmten sich schon mehrmals Müllberge, die nicht mehr entsorgt werden konnten. Ein Teil des Abfalls muss ins Ausland exportiert werden, was die Regierung viel kostet. Italiens ehemaliger Ministerpräsident Romano Prodi hatte einst von "Zügen der Schande" gesprochen, die den Müll nach Deutschland transportieren.

(APA/Red.)

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