Erste zahlt 1,2 Mrd. Staatshilfe zurück – Aktie knickt ein

Die Bank plant im dritten Quartal Kapitalerhöhung in Höhe von 660 Millionen Euro. Der Ausblick für das Jahr 2013 musste nach unten revidiert werden.

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Erste Bank – Die Presse (Clemens Fabry)

Die Erste Group plant heuer im dritten Quartal das ausstehende Partizipationskapital in Höhe von 1,76 Milliarden Euro zurückzuzahlen. Darin enthalten sind 1,205 Milliarden Euro Staatshilfen und 559 Millionen Euro von privaten Investoren, gab die Bank Montagfrüh ad hoc bekannt. Um die Rückzahlung zu stemmen, plant das Institut im dritten Quartal eine Kapitalerhöhung im Volumen von 660 Millionen Euro. Nach der Bekanntgabe rasselten die Aktien der Erste Group am Montag im Frühhandel um fast sieben Prozent nach unten.

Die Erste Group geht davon aus, dass damit auch die nach den geplanten neuen Eigenkapitalvorschriften (Basel III) definierte harte Kernkapitalquote von zehn Prozent bis Dezember 2014 erreicht wird: Unter Einbeziehung der geplanten Kapitalerhöhung - und ohne PS-Kapital und Gewinnrücklagen für das erste Quartal 2013 - würde das harte Kernkapital zum 31. März bei 10,2 Prozent liegen, statt der ausgewiesenen 9,6 Prozent, rechnet die Bank am Montag vor.

Betriebsergebnis sinkt um bis zu fünf Prozent

Für 2013 rechnet die Erste Group nun mit einem Rückgang des Betriebsergebnisses von bis zu fünf Prozent. Zuvor wurde noch von einer stabilen Entwicklung ausgegangen.

Geringere Betriebserträge könnten nur teilweise durch niedrigere Betriebsaufwendungen ausgeglichen werden, heißt es. In Mittel- und Osteuropa rechnet die Bank in der zweiten Jahreshälfte mit einer leichten Verbesserung der wirtschaftlichen Entwicklung. Die Wachstumsraten in der Region sollten allerdings moderat bleiben. Es wird weiter davon ausgegangen, dass die rumänische Tochter BCR 2013 in die Gewinnzone zurückkehren wird. Dagegen sollten die Bankensteuern in Österreich, der Slowakei und Ungarn mit rund rund 200 Millionen Euro nach Steuern belastend auf das Nettoergebnis 2013 auswirken.

Anstieg der Kosten ab 2014

Als Grund für die Rückzahlung des Partizipationskapitals nennt die Bank einen Anstieg der Kosten ab 2014. Durch den Wegfall der jährlichen Dividendenzahlungen auf das Partizipationskapital ab 2014 werde die Fähigkeit der Erste Group, Kapital zu bilden und die Kapitalquoten zu verbessern, gestärkt, heißt es in der Pflichtmitteilung. Der Bruttoeinsparungsbetrag betrage 149 Millionen Euro nach Steuern im kommenden Jahr und 158 Millionen Euro im Jahr 2015.

Die Erste Bank hatte beim Bund 2009 die Kapitalhilfe in Höhe von 1,2 Milliarden Euro beantragt und dafür bisher knapp 392 Millionen Euro an Dividenden bezahlt. Noch im Mai hieß es, sie wolle das Kapital vorerst noch behalten. Die Raiffeisen muss 1,75 Milliarden Rückzahlungen an die Republik leisten. Falls sich das Marktumfeld nicht wieder verschlechtert, soll dies bis 2015 geschehen (DiePresse.com berichtete). Die Bawag erhielt 550 Millionen Euro und will zur Jahresmitte mit der Rückzahlung beginnen.

(APA)

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