Facebook wächst rasant – Aktie feiert Comeback

Immer mehr Werbekunden wollen auf Facebook und zahlen dafür mehr. Umsatz und Gewinn des Sozialen Netzwerkes steigen rasant.

File photo of the Facebook logo on a screen inside at the Nasdaq Marekstsite in New York
File photo of the Facebook logo on a screen inside at the Nasdaq Marekstsite in New York
Facebook ist seit zwei Jahren an der Börse gelistet – REUTERS

Facebook schöpft langsam sein riesiges Potenzial aus. Während das weltgrößte Online-Netzwerk in der Vergangenheit trotz mehr als einer Milliarde Nutzer kaum Geld verdiente, steigen mittlerweile Umsatz und Gewinn rasant. Anders als die Rivalen Google und Yahoo überzeugte Facebook zudem mit seiner Bilanz für das zweite Quartal die Analysten und Investoren. Entgegen früheren Befürchtungen greifen Nutzer auch von ihren Smartphones auf das Netzwerk zu - und der US-Konzern nimmt mit Werbung auf mobilen Geräten immer mehr ein.

Plus 27 Prozent: Aktie erreicht bald Ausgabekurs

Die Schwächephase nach dem Pannen-Börsengang vergangenes Jahr scheint damit endgültig vergessen. Die gebeutelte Aktie am Donnerstag im frühen New Yorker Handel um 27 Prozent hochgesprungen. Das Papier kostete damit 33,76 Dollar (25,49 Euro) - das sind nur noch gute 4 Dollar vom Ausgabekurs zum Börsendebüt entfernt.

Facebook und seine Alteigentümer hatten die Papiere im Mai vergangenen Jahres für 38 Dollar unters Volk gebracht. Zweifel am Geschäftsmodell hatten die Aktie zwischenzeitlich auf bis zu 17,55 Dollar einbrechen lassen. Firmenchef Mark Zuckerberg und sein Team haben jedoch mit neuen Werbeformen für mobile Geräte das Vertrauen der Anleger wiedergewonnen. Werbung ist die Haupteinnahmequelle des Unternehmens.

Im Gegensatz zu Google und Yahoo gelang es Facebook im abgelaufenen Quartal dank starker Nachfrage höhere Anzeigen-Preise zu verlangen. Sie stiegen um satte 13 Prozent. Die Werbung auf mobilen Geräten wird dabei immer wichtiger. Sie stand schon für 41 Prozent der Anzeigen-Einnahmen. Zum Vergleich: Im ersten Quartal waren es erst 30 Prozent. "Mobile Werbung wird von Gegenwind zu Rückenwind", fasste JPMorgan-Analyst Doug Anmut die Entwicklung zusammen.

Erwartungen deutlich übertroffen

Der Konzernumsatz sprang dadurch im zweiten Quartal verglichen mit dem Vorjahr um 53 Prozent auf rund 1,8 Milliarden Dollar. Damit übertraf der Konzern aus dem Silicon Valley die Markterwartungen von 1,62 Milliarden Dollar deutlich. Unter dem Strich stand ein Überschuss von 333 Millionen Dollar (251,4 Millionen Euro) nach einem Verlust von 157 Millionen im Vorjahreszeitraum.

Im zweiten Quartal schauten fast 700 Millionen Mitglieder täglich auf der blau umrahmten Internetseite vorbei, fünf Prozent mehr als zu Ende des ersten Quartals. "Auf dem ganzen Planeten gibt es kein größeres Publikum", erklärte Analyst Jordan Rohan von Stifel Nicolaus die Relevanz von Facebook für Werbekunden. "Mehr und mehr Leute sind der Meinung, dass es sinnvoll ist, dort Werbung zu schalten", ergänzte sein Kollege Ben Schachter von Macquarie Research. Anzeigen sind bei Facebook unter anderem in den normalen Nachrichtenfluss eingebunden. Gerade dieses Format kommt bei Werbekunden gut an.

Zuckerberg: Bei Teenagern weiterhin beliebt

Facebook-Gründer und -Chef Mark Zuckerberg betonte, dass es seit Jahresbeginn deutlich besser laufe und sich der Konzern offensiver verhalten könne. Zugleich versicherte er, dass der Dienst bei Teenagern weiterhin beliebt sei. Sie hätten dem Unternehmen in den USA nicht den Rücken gekehrt. Beobachter hatten befürchtet, dass jüngere Anbieter wie WhatsApp oder Snapchat Facebook Nutzer abwerben.

Facebook buhlte zuletzt mit einer Reihe von Neuerungen um die Gunst der mobilen Nutzer, investierte etwa in eine Facebook-App für Android-Smartphones und kaufte für fast eine Milliarde Dollar den beliebten Foto-Dienst Instagram. Diese Initiativen schlugen sich jedoch auch bei den Kosten nieder, die innerhalb eines Jahres um 60 Prozent zulegten. Im Gesamtjahr 2013 rechnet Facebook nach früheren Angaben damit, dass die Kosten um etwa 50 Prozent steigen werden.

(APA/Reuters)

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