Börse: China-Aktien auf Talfahrt

Leitindex CSI 300 erleidet stärksten Wochenverlust seit seinem Start im Jahr 2005.

schanghai (Bloomberg). Chinesische Aktien sind im Lauf der Vorwoche massiv eingebrochen. Der CSI 300, der chinesische Leitindex, verlor im Wochenvergleich 14 Prozent und damit so viel wie nie zuvor seit seinem Start im April 2005. Anleger befürchten, dass staatliche Maßnahmen zur Inflationsdämpfung die Unternehmensgewinne bremsen werden.

„Das sind Panikverkäufe, das Vertrauen der Anleger ist tief erschüttert“, sagte Fondsmanager Chen Shide von GF Fund Management in Guangzhou. „Der Markt hat überreagiert.“


Petrochina: 64 Prozent verloren

Das Indexschwergewicht PetroChina Co. verlor am Freitag fünf Prozent und schloss bei 16,02 Yuan. Damit lag der Aktienkurs erstmals seit seiner Börseneinführung unter dem Emissionspreis von 16,70 Yuan. Seit dem Höchststand von 43,96 Yuan, der im November 2007 erreicht wurde, hat die Aktie 64 Prozent verloren. Während PetroChina im Herbst noch als erstes Unternehmen bei der Marktkapitalisierung die Marke von einer Billion Dollar (628,6 Mrd. Euro) überschritten hatte, liegt der Börsenwert des Konzerns nun bei 397,4 Mrd. Dollar.

Kräftige Kursrückgänge gab es auch bei den Banktitel China Minsheng Banking Corp. sowie China Construction Bank Corp. und Versorger-Aktien wie Shanghai Electric Power Co.

Seit dem Höchststand Mitte Oktober 2007 ist der Index um 44,3 Prozent abgesackt, was buchmäßig etwa 840 Mrd. Dollar an Börsewert vernichtete. Der CSI 300 Index erfasst die 300 größten Unternehmen an den Börsen von Schanghai und Shenzen. Nur zehn der im Index enthaltenen Unternehmen konnten seit Mitte Oktober des Vorjahres Kursgewinne erreichen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.04.2008)

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