Do&Co baut USA-Geschäft aus

In New York ist ein Flughafenhotel geplant, vier neue Gourmetküchen entstehen in Chicago, Los Angeles, San Francisco und Washington.

(c) Michaela Bruckberger

New York/Wien. 25 Küchen weltweit betreibt das börsenotierte Cateringunternehmen Do&Co, in denen 60 Fluglinien mit Speis und Trank versorgt werden. Jetzt startet Konzernchef Attila Dogudan in den USA, wo mit der Küche am New Yorker JFK-Flughafen 1998 alles begann, eine Offensive. Zu dem Standort in New York, der um rund 20 Mio. Dollar erweitert wird, kommen in den nächsten drei Jahren vier neue Gourmetküchen hinzu: Neben Chicago, wo zu Weihnachten eröffnet wird, sind Küchen in Los Angeles, San Francisco und Washington geplant. Gesamt-Investitionssumme: rund 80 Millionen Dollar.

In New York, wo die Kapazität der bestehenden Küche mit 600 Mitarbeitern von derzeit 20.000 Essen täglich um 50Prozent erhöht wird, entsteht auch ein Do&Co-Novum. „Wir planen auf unserem Gelände ein Flughafenhotel“, kündigte Dogudan an. Derzeit sei man gerade dabei, für das 80-Zimmer-Haus eine Architektur zu finden, die aus dem Haus „in dem industriell geprägten Flughafen-Areal eine Landmark macht“. Das Hotelprojekt, das Do&Co selbst betreiben wird, soll in den nächsten drei Jahren realisiert werden, wenn die definitive Investitionsentscheidung vorliegt. Das Potenzial sei gegeben, sagt Dogudan. Denn der Flughafen JFK sei führend bei Verspätungen und Flugabsagen – vor allem im Winter.

Bisher betreibt Do&Co nur ein Hotel im Haas-Haus in der Wiener Innenstadt. Das Großprojekt eines Luxushotels in Istanbul soll heuer teilweise in Betrieb gehen.

 

Hediard und Demel-Torten

In New York sieht Dogudan auch Möglichkeiten, mit der jüngsten Akquisition zu reüssieren. Do&Co kaufte vor Kurzem den französischen Edelcaterer Hediard aus der Insolvenz. Nach der Restrukturierung könnte man Hediard-Produkte in New York verkaufen. Ebenso soll ein neuer Anlauf mit Demel-Torten gestartet werden. „Kapazitäten haben wir in der Küche genügend.“

Obwohl das Airline-Catering sehr gut läuft und Dogudan auch schon in Chicago einige Kunden (darunter die AUA) unter Vertrag hat, will er die Abhängigkeit vom sehr volatilen Luftfahrtgeschäft reduzieren. Der Umsatzanteil soll in den nächsten fünf Jahren von 70 auf 50 bis 60Prozent fallen.

Do&Co sei dem Spardruck der Airlines voll ausgesetzt. Dogudan selbst hält bekanntermaßen nichts davon. „Essen ist das beste Marketinginstrument der Welt“, wiederholt er sein Credo. Und mit einem „Louis Vuitton des Essens“, was Do&Co sein möchte, könnten die Airlines bei ihren Kunden reüssieren. Im Schnitt entfielen nur vier Prozent des Umsatzes einer Airline auf das Catering. Die Einspareffekte lägen daher im Minimalbereich.

In drei Jahren will Dogudan die Umsatzmilliarde erreicht haben. Im Geschäftsjahr 2013/14 lag der Umsatz bei 640 Mio. Euro. „Wir dürfen dabei aber nicht die Margen vernichten und uns so überdribbeln“, gibt der Konzernchef eine langsame Expansion vor. (eid)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.07.2014)

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