Täglich verschwindet in Österreich ein Bauernhof

8000 Hektar Boden werden jedes Jahr verbaut. Die Hagelversicherung kritisiert den "sorglosen Umgang" mit Agrarflächen.

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APA/HERBERT PFARRHOFER

Die Hagelversicherung warnt vor dem Verbauen von Ackerflächen: Täglich werde in Österreich ein Bauernhof verbaut, das entspreche rund 22 Hektar Boden oder umgerechnet 31 Fußballfeldern. Kritisiert wird "der sorglose Umgang mit unseren wertvollen Agrarflächen". Pro Jahr werde in Österreich eine Fläche von rund 8000 Hektar Boden versiegelt. Die Kampagne "Stop dem rasanten Bodenverbrauch" richtet sich gegen eine stetige Bodenverbauung für Siedlungs-, Verkehrs- und Industriezwecke, so die Hagelversicherung in einer Pressemitteilung.

Negativrekord in Österreich

"Allein seit Jahresbeginn fielen bereits 200 Bauernhöfe oder 6200 Fußballfelder der Verbauung zum Opfer", so Hagelversicherung-Chef Kurt Weinberger. Hochgerechnet auf die nächsten 50 Jahre zeigt sich ein "dramatisches Bild": Bereits 2065 könnte flächenmäßig so viel wie die gesamte Ackerfläche Oberösterreichs und der Steiermark zusammen verbaut sein."

In Europa halte Österreich einen "Negativrekord" bei der Verbauung der fruchtbaren Böden. Die Hagelversicherung verweist dazu auf folgende Zahlen: In Österreich betrage die Supermarktfläche pro Kopf 1,75 Quadratmeter, in Italien und Frankreich beispielsweise sei es nur einen Quadratmeter. In Österreich würden jährlich 0,5 Prozent der Agrarfläche verbaut. In Deutschland, wo es eine strukturiertere Raumordnung gebe, seien es dagegen nur 0,25 Prozent. Schreite diese Entwicklung weiter so voran, verschwinde in Österreich langfristig die Landwirtschaft und damit seien 500.000 Arbeitsplätze gefährdet.

Prominente Unterstützung

Für die Kampagne hat Weinberger  prominente Unterstützer wie den Schauspieler und Landwirt Tobias Moretti und Raiffeisen-Generalanwalt Walter Rothensteiner gewinnen können. Moretti warnt: "Neben der Gefährdung der Versorgung mit heimischen Lebensmitteln riskieren wir durch die Verbauung auch eine zunehmende Verschandelung unseres idyllischen Heimatlandes."

Rothensteiner weist darauf hin, dass man auch beim Bodenverbrauch die Nachhaltigkeit nicht aus den Augen verlieren dürfe. "Produktive Flächen stellen die Grundlage für unsere nachhaltige Versorgung mit heimischen Lebensmitteln dar."

(APA)

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