Arbeitslosigkeit sank im Mai um 6,6, Prozent

Die stärksten Jobmotoren waren Bau und Industrie. In der Tourismusbranche blieb die EuroPhorie bisher aus.

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wien (red/APA). Im Mai 2008 waren in Österreich 184.810 Personen ohne Job, um 6,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die stärksten Jobmotoren waren Bauwirtschaft und Industrie, wo die Zahl der Arbeitslosen jeweils um mehr als neun Prozent zurückging. Die Zahl der offenen Stellen sank um 1,4 Prozent auf 41.033.

Die Fußball-EM hatte auf dem Arbeitsmarkt bisher keinen positiven Effekt, der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Tourismus lag bei 6,5 Prozent und damit im statistischen Schnitt. Eine kürzlich veröffentlichte Studie hatte noch mit 10.700 neuen Jobs durch die Euro 2008 allein im Tourismus gerechnet.

Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein verwies im Gespräch mit der Austria Presseagentur darauf, dass es im Mai nicht nur um 13.000 weniger Arbeitslose gab, sondern auch die Zahl der Schulungen um neun Prozent auf knapp 52.000 gesunken sei: „Insgesamt hatten wir im Mai also einen Rückgang von 18.000 Personen.“


Abflachung wird kommen

2008 sei bisher auf dem Arbeitsmarkt besser gelaufen als erwartet, der Mai sei der 27. Monat in Folge, in dem die Arbeitslosenzahlen zurückgegangen seien. Allerdings schlage sich ein Konjunkturrückgang erst mit einer Verzögerung von drei bis sechs Monaten auf dem Arbeitsmarkt nieder. „Im zweiten Quartal rechne ich zwar mit einer gewissen Abflachung, aber möglicherweise bekommt Österreich wegen der Euro das weniger zu spüren“, sagte Bartenstein.

„Die Euro wirkt sich wohl noch nicht so aus. Ich nehme an, dass viele Euro-Jobs erst heute, Montag, beginnen“, kommentierte der Minister den wenig auffälligen Rückgang der Tourismus-Arbeitslosigkeit im Mai.

Nach der Fachkräfteverordnung, durch die es seit heuer für bestimmte Schlüsselbranchen Erleichterungen gibt, sind bis Ende Mai 2284 Genehmigungen für ausländische Arbeitskräfte erteilt worden. 853 davon sind laut Bartenstein Köche, „nur“ 453 Schweißer. Mehr als die Hälfte der Genehmigungen ging nach Ungarn, weniger als zehn Prozent nach Polen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.06.2008)

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