Plus wird Zielpunkt, nicht umgekehrt

Das lange Hin- und Her beim österreichischen Ableger des deutschen Tengelmann-Konzerns ist zu Ende: Die Plus-Filialen werden Zielpunkt, der "Soft-Diskonter".

(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Aus für die 97 Plus-Filialen in Österreich. Sie werden als Geschäfte der Konzernschwester Zielpunkt weitergeführt. "Zielpunkt wird sich künftig auf seine Kernkompetenz als 'Softdiskonter' konzentrieren und den Konsumenten eine interessante Alternative zum traditionellen Diskonter bieten. Zudem wird die Sortimentsstrategie stark auf Nachhaltigkeit - Produkte österreichischer Herkunft - ausgerichtet sein", teilte Zielpunkt-Chef Johann Schweiger heute, Donnerstag, in einer Aussendung mit. Eines steht jedenfalls schon fest: Der steirische Fleischhauer Schirnhofer bleibt weiterhin Lieferant für Zielpunkt, er bekommt nun die "umgetauften" Plus-Filialen dazu

Rätselhafte Positionierung

Wo genau sich Zielpunkt/Plus am österreichischen Einzelhandelsmarkt positioniert, war nie so ganz klar. Da gab es die Werbung, dass Zielpunkt billiger ist als Hofer. Dann gibt es den eher hochpreisigen Fleischhauer Schirnhofer in manchen Filialen. Die Geschäftslokale selbst sind ebenfalls irgendwo zwischen Sozialmarkt und Gourmet-Meinl gestaltet.

Zielpunkt Österreich

Zielpunkt betreibt 364 Filialen und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2007/2008 mit 3.300 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 659 Millionen Euro.

Zielpunkt Österreich hat schwierige Zeiten hinter sich. Ursprünglich sollte der Diskonter verkauft werden, auch ein Management-Buy-out durch Schweiger soll angedacht worden sein. Letztlich seien aber die Sanierungskosten zu hoch gewesen. Kolportiert wurde ein benötigte Summe von 130 Millionen Euro, der Verlust soll zuletzt rund 20 Millionen. Euro betragen haben. Offiziell bestätigt wurde dies nicht.

 

(APA/ebl)

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