Immoeast mit Milliarden-Verlusten im 1. Halbjahr

Die Immoeast AG, Ost-Tochter der ebenfalls börsenotierten Immofinanz, hat im ersten Halbjahr 2008/09 durch Abwertungen und Abschreibungen Verluste in Milliardenhöhe erwirtschaftet. Trotz eines Umsatzanstiegs um 22,4 Prozent auf 166,6 Mio. Euro brach das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) auf minus 1.55 Milliarden Euro ein.

Das Vorsteuerergebnis (EBT) ging von 298,9 Mio. Euro auf -1.86 Milliarden Euro zurück. Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) sank um 3,6 Prozent auf 61,0 Mio. Euro. Der Cash Flow halbierte sich um 55,6 Prozent von 43,3 Mio. auf 19,2 Mio. Euro. Abwertungen und Mega-Abschreibungen sowie "Drohverlustrückstellung" lasten schwer auf der Bilanz der Immoeast. Im ersten Halbjahr schlug sich allein die Neubewertung von Liegenschaften mit einem Minus von 758,8 Mio. Euro zu Buche. Im Vorjahreszeitraum gab es daraus noch ein Plus von 155,5 Mio. Euro.

Laut Aussagen des früheren Immofinanz-Gruppe-Chef Karl Petrikovics bei der Staatsanwaltschaft und ein aktuelle Sonderprüfbericht von Deloitte über die Constantia Privatbank (CPB) bringen in der Immofinanz-Affäre Neues zutage. Wie das Magazin "Format" in seiner morgen erscheinenden Ausgabe berichtet, sollen es über 1,1 Mrd. Euro an Anlegergeldern aus der Immoeast gewesen sein, die am Höhepunkt in der 2. Jahreshälfte 2007 - über die Immofinanz Beteiligungs AG (Ibag) - in Töchter der Constantia-Bank geschleust worden seien.

Die Immoeast stellt sich auf eine Durststrecke von 18 bis 24 Monaten ein. Frühestens ab der zweiten Jahreshälfte 2010, wird "das Wellental überwunden sein", glaubt der neue Immoeast-Chef Eduard Zehetner. Ob mit den soeben erfolgten Abwertungen "der Boden gefunden ist, wissen wir nicht. Wir rechnen jedenfalls nicht damit, dass es im nächsten Quartal gleich wieder hinaufgeht", sagte Zehetner Donnerstagmittag zur APA.

(APA)

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