Derivate-Volumen steigt auf Rekordwert

2,2 Billionen alleine in Österreich.

Wien(höll). In Österreich erfreuen sich Finanzwetten in Form von Derivaten großer Beliebtheit: Laut Angaben der Nationalbank lag das Volumen dieser teilweise hochriskanten Spekulationsgeschäfte per Ende September bei 2,2 Billionen Euro – was gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 13 Prozent ausmacht. Derivate ermöglichen die Absicherung gegen Risken von Preisänderungen. Sie dienen aber auch der Spekulation auf die Entwicklung bestimmter Kurse. Nach Ansicht von Experten sind Derivate mit schuld an der Finanzkrise. Besonders riskant ist in diesem Bereich der Hebeleffekt. Wer beispielsweise auf den Anstieg des Dollars gegenüber dem Euro wettet, kann mit einem Derivat bei einem realen Anstieg von einem Prozent auch schon einmal einen Gewinn von 20 Prozent einstreifen. Tritt die Erwartung nicht ein, ist der Verlust genauso hoch. Der Großteil der Derivate in Österreich betrifft Zinsverträge – hier wird auf den Zinssatz gewettet. In Österreich ist laut OeNB-Daten das Volumen von Derivaten 2,2-mal so groß wie die gesamte Bilanzsumme der Banken.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.12.2008)

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