Postler könnten von Automaten ersetzt werden

Der österreichischen Bevölkerung ist es ziemlich egal, ob Postämter geschlossen werden. Die Postzusteller könnten sogar bald von Paketautomaten ersetzt werden.

Demonstration, Kundgebung, Post, Postbeamte, Brieftr�ger  Foto: Clemens Fabry
Demonstration, Kundgebung, Post, Postbeamte, Brieftr�ger  Foto: Clemens Fabry
(c) (Clemens Fabry)

Die Bevölkerung sieht die Schließungspläne der Österreichischen Post relativ entspannt. Laut einer Umfrage ist es 80 Prozent egal, von wem die Post kommt, Hauptsache das Service passt. Entsprechend gering ist die Bereitschaft, für die Erhaltung aller Postämter mehr zu zahlen. Dies lehnen drei von vier Österreichern ab. Und auch das Image des Postlers hat gelitten: Rund die Hälfte der gut 1.000 Befragten sieht keine besondere Vertrauensstellung des Postboten. Aber immerhin 85 Prozent sind dafür, dass jene Postler, die gehen müssen, im Rahmen großzügiger Sozialpläne abgebaut werden, so der Meinungsforscher oekonsult.

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Paketautomat statt Postler

Den Beschäftigten der Österreichischen Post droht nicht nur von den privaten Anbietern Konkurrenz, sondern auch von Paket- und Briefautomaten. Paketautomaten sind schon länger im Einsatz - sogenannte "Post.24-Stationen" - und haben sich auch bewährt, ergab ein Test der auf Nutzerfreundlichkeit spezialisierten Firma Intuitiv.

Paketautomaten

Statt seiner Wohnadresse gibt man eine beliebige Post24-Station als Adresse an, an die die Pakete geschickt werden sollen. Empfänger werden per SMS benachrichtigt, wenn ihr Paket im Post.24-Automaten eintrifft. Mittels Code kann es jederzeit von dort abgeholt werden. Zusätzlich Kosten entstehen keine.

"Die Paketautomaten sind relativ leicht zu bedienen. Sie haben durchaus das Zeug, schon heute wichtige Funktionen eines Postamts zu übernehmen", so Intuitiv-Geschäftsführer Thomas Landauer. Der Automat sei zwar komplizierter, als er sein müsste, aber jeder, der ein Handy bedienen könne, komme damit zurecht", so Intuitiv

Briefaufgabeautomat noch nicht optimal

Weniger angetan ist er vom ersten Briefaufgabeautomat, der im Probebetrieb im Hauptpostamt im Wien steht. "Diese Bezeichnung ist leider irreführend. Tatsächlich handelt es sich um einen besseren Briefmarkenautomat", betonte Landauer. Ein entscheidendes Mehr habe er aber eingebaut: Der Briefaufgabeautomat kommt auch mit eingeschriebenen Briefen zurecht. Die Bedienung sei aber viel zu kompliziert. Ein Punkt ist den Testern besonders sauer aufgestoßen: Die Briefmarken, die der Automat ausgibt, sind nur am selben Tag gültig. Landauer: "Das ist allerdings nirgendwo vermerkt. Bei unserem Test haben wir Touristen beobachtet, die Briefmarken auf Vorrat gekauft haben."

 

(Ag./Red.)

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