Gastronomie fehlen 29.000 Arbeitskräfte

Die Gewerkschaft sieht in den niedrigen Gehältern den Grund für die Lücke im Gastgewerbe. Der Mindestlohn in der Branche liegt bei 1400 Euro brutto.

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Erst am Donnerstag vergangener Woche hatte Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl gemeint: "Wenn ich lese, dass Wirtshäuser zusperren müssen, weil sie keine Leute mehr bekommen, die bereit sind, am Wochenende zu arbeiten, dann stimmt doch etwas in unserem Land nicht." An möglicherweise unzureichender Bezahlung liege es jedenfalls nicht.

Tatsache ist jedenfalls, dass die Gastronomie im ersten Halbjahr 2015 14.259 Kellner, 10.227 Köche und 5091 Kochgehilfen suchte. Das teilte das Arbeitsmarktservice (AMS) am Dienstag mit. Starke Nachfrage gab es auch für Hilfskräfte in den Bereichen Reinigung (9598) und Warenverpackung (7574), allgemeine Hilfskräfte (5995) und Lagerarbeiter (4788).

"Nicht wundern über Arbeitskräftemangel"

Der Vorsitzende der Gewerkschaft vida, Gottfried Winkler, hatte auf die Leitl-Aussage umgehend regaiert. Es sei richtig dass die Gastronomie Probleme zu haben - und das habe folgenden Grund: "Es stimmen nämlich die Arbeitsbedingungen nicht. (...) Solange die Einkommen im Hotel- und Gastgewerbe unterdurchschnittlich niedrig - der Bruttostundenlohn liege bei rund acht Euro - und die Belastungen überdurchschnittlich hoch seien, dürfe sich niemand über Arbeitskräftemangel im Tourismus wundern."

Seit dem 1. Mai 2015 gilt für die Beschäftigten im Hotel- und Gastgewerbe ein Mindestlohn von 1400 Euro brutto im Monat. Ein Lehrling verdient im 1. Lehrjahr 625 Euro, im 2. Lehrjahr 695 Euro, im 3. Lehrjahr 830 Euro und im 4. Lehrjahr 910 Euro.

(APA)

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