Buchhaltungsskandal: Verdächtiger Finanz-Dienstleister festgenommen

Jener Verdächtige, der über 16 Millionen Euro vom AMS abgezweigt haben soll, wurde in Deutschland verhaftet. Zwei weitere Verdächtige sitzen bereits im Gefängnis, ein Anwalt wurde gegen Kaution wieder enthaftet.

BUHAG
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(c) AP (Ronald Zak)

Jener international gesuchte Finanzdienstleister, dem im Millionen-Skandal rund um die Buchhaltungsagentur (BHAG) schwerer gewerbsmäßiger Betrug und Geldwäsche vorgeworfen wird, ist vergangenen Freitag kurz vor Mitternacht in Deutschland gefasst worden. Das hat das Bundeskriminalamt (BK) am Mittwoch bekanntgegeben.

Betrug und Geldwäsche

Laut Haftbefehl wird dem vierten Verdächtigen in der Causa Betrug in der Höhe von 16,473.144,87 Euro vorgeworfen. Außerdem wurden Ermittlungen wegen des Verdachts der Geldwäsche aufgenommen. Wann der Verdächtige nach Österreich ausgeliefert werden kann, hänge davon ab, ob er einer vereinfachten Übergabe zustimme oder nicht, sagte Gerichtssprecher Christian Gneist.

 

Seit Februar auf der Flucht

Der Mann hatte sich Mitte Februar 2009 ins benachbarte Ausland abgesetzt, offensichtlich um sich der Strafverfolgung österreichischer Justizbehörden zu entziehen. Fahnder haben vermutet, dass sich der Gesuchte in Deutschland oder der Schweiz aufhält, weil er dort einen größeren Bekanntenkreis hatte. Auf diesen habe sich auch der Fokus der Ermittler gelegt, sagte BK-Sprecher Helmut Greiner. Mit Erfolg: Als Beifahrer eines deutschen Freundes wurde er auf der Autobahn E54, Höhe Buchloe, in Bayern von deutschen Zielfahndern aufgespürt. Über den Gesuchten wurde seitens der deutschen Justizbehörden die Auslieferungshaft verhängt.

Anwalt wieder auf freiem Fuß

Als weitere Verdächtige befinden sich seit vier Monaten ein BHAG-Beamter sowie der Geschäftsführer einer Schulungsfirma im Gefängnis. Enthaftet wurde ein Wiener Anwalt: Bereits vergangenen Montag, am 25. Mai, kam er gegen Gelöbnis und Reisepassabnahme sowie einer Kaution in der Höhe von 100.000 Euro auf freien Fuß.

(APA)

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