Sparprogramm: Bank Austria sperrt 70 Filialen zu

Wie viele Jobs wegfallen werden, konnte die UniCredit-Tochter noch nicht bekanntgeben. Das hänge auch von den Gesprächen mit dem Betriebsrat ab. 120 Filialen sollen bleiben.

THEMENBILD: BANK AUSTRIA
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APA/HERBERT NEUBAUER

Die Bank Austria wird in den kommenden drei Jahren das Filialnetz von derzeit 190 (Anmerkung: zuvor hatte es 200 geheißen) auf 120 reduzieren. Die Schließungen betreffen vor allem Ballungsräume, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Eine Liste der Filialen, die geschlossen werden, wird erst in den kommenden Wochen erstellt. Übrig bleiben sollen "weniger, aber deutlich größere Filialen". Es soll kein Bundesland ohne Bank-Austria-Präsenz geben. Die meisten Standorte sind in Wien (siehe Grafik).

 Außerdem wird es Gespräche mit dem Betriebsrat geben, die zu einvernehmlichen Lösungen beim Personalabbau führen sollen. Die genaue Zahl des Stellenabbaus werde von den Reformfortschritten und Verhandlungen abhängen, so die österreichische UniCredit-Tochter. Klar ist schon jetzt: "Der Großteil der Einsparungen wird dabei "beim Personal erfolgen", wie die Bank-Austria-Mutter bereits am Montag mitteilte. Die Zahl der Jobs, die abgebaut werden, dürfte wohl deutlich über 1000 liegen. Die Bank hat vor, ohne Kündigungen auszukommen.

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Einsparung von 18 Prozent

Die Sparbemühungen werden nun im Vergleich zu den bisherigen Ankündigungen verdoppelt: Ab 2018 sollen Sach- und Personalkosten um 300 Millionen Euro niedriger als 2014 liegen. Das entspricht einer Einsparung von 18 Prozent. Außerdem sollen die rund 3300 aktiven Mitarbeiter mit Altverträgen, für die die Bank Austria derzeit Pensionsträgerin ist, in das allgemeine Pensionssystem übergeführt werden. Nach Rechnung der Bank Austria wird das Verhältnis der Kosten zu den Einnahmen (Cost/Income-Ratio) im Kundengeschäft von derzeit 80 Prozent auf dann 60 Prozent sinken.

Bank-Austria-Chef Willibald Cernko meinte am Dienstag in einer Aussendung, die Grundsatzentscheidung sei ein klares "Bekenntnis zum Geschäftsmodell einer Universalbank".

Cernko: "Veränderte Kundenbedürfnisse"

Zuvor stand der Verkauf des Privatkundengeschäfts im Raum. Dieses sei aber "die unerlässliche Basis, um das Geschäft mit Firmenkunden, vermögenden Privatkunden und im Corporate & Investment Banking auch langfristig weiter erfolgreich zu führen", so Cernko. Mit den Standortschließungen und der Fokussierung auf das Onlinegeschäft trage man auch "den veränderten Kundenbedürfnissen Rechnung", so Cernko.

(APA/Red.)

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