Österreichs Wachstum bremst sich leicht ab

Der BIP-Zuwachs beträgt im zweiten Quartal 0,3 Prozent. Die Grunddynamik setzte sich verlangsamt fort, berichtet das Wifo.

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BIP steigt um 0,3 Prozent – (c) FH Technikum Wien/APA-Fotoservic

Österreichs Wirtschaft ist im zweiten Vierteljahr etwas schwächer gewachsen. Im Zeitraum April bis Juni lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) real um 0,3 Prozent über dem Vorquartal, zu Jahresbeginn hatte der Anstieg noch 0,4 Prozent betragen. Im Jahresabstand wuchs das BIP zuletzt real um 1,2 Prozent, nach +1,7 Prozent im ersten Quartal.

Die größten Wachstumsimpulse gingen erneut von der Binnennachfrage aus - sowohl der Konsum als auch die Anlageinvestitionen wurden ausgeweitet, erklärte das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) am Freitag in seiner Schnellschätzung zum BIP im zweiten Quartal. Mit dem Wachstum von 0,3 Prozent habe sich die aufwärtsgerichtete Grunddynamik der Konjunktur leicht verlangsamt fortgesetzt. Im 1. Quartal und im 4. Quartal 2015 betrug das Quartalswachstum der Wirtschaftsleistung jeweils 0,4 Prozent, in den Vierteljahren davor jeweils 0,3 Prozent.

Konsum und Investitionen stützen

In den letzten Monaten wurde das Wachstum in Österreich laut Wifo erneut primär durch die Ausweitung der Konsum- und Investitionsnachfrage gestützt. Der Konsum der Privathaushalte entwickelte sich im ersten Halbjahr positiv, die Nachfrage stieg sowohl im ersten wie auch im zweiten Vierteljahr um 0,3 Prozent. "Sondereffekte wie die mit Jahresbeginn umgesetzte Steuerreform sowie Einsparungen aufgrund weiterhin niedriger Energiepreise dürften die Ausgabenbereitschaft erhöht haben", so das Wifo. Auch die öffentlichen Konsumausgaben stiegen (+0,2 Prozent).

Seit 2015 investieren die heimischen Unternehmen wieder vermehrt. Die Nachfrage nach Bruttoanlageinvestitionen, die auch Ausrüstungs- und Bauinvestitionen umfassen, stieg zuletzt um 0,8 Prozent. Damit hielt die Erholung nach dem Einbruch im Jahr 2014 an.

Export schwächelt

Die exportgetragene Industriekonjunktur schwächte sich Ende 2015 und Anfang 2016 ab, wenngleich laut Wifo der Außenhandel zuletzt wieder etwas an Dynamik gewann. Sowohl die Importe (+0,6 Prozent) als auch die Exporte (+0,5 Prozent) wurden ausgeweitet. Spiegelbildlich zur schwächeren Entwicklung der Exporte habe auch die Belebung der Industriekonjunktur zu Jahresbeginn leicht nachgelassen, so das Institut.

Wachstum in Eurozone halbiert

Auch in der Eurozone hat die Wirtschaft im Frühjahr deutlich an Schwung verloren. Vor allem wegen der schwachen Konjunktur in Frankreich stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen April und Juni nur um 0,3 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag nach vorläufigen Berechnungen mitteilte.

Im Jahresabstand wuchs die Wirtschaft der Eurozone in den Monaten April bis Juni um 1,6 Prozent. Hier hatten Volkswirte lediglich 1,5 Prozent Plus erwartet. Die Schnellschätzung der BIP-Wachstumsraten für das zweite Quartal beruht laut Eurostat auf Angaben von 17 Mitgliedsstaaten, die 94 Prozent des BIP des ER19 (91 Prozent des BIP der EU28) abdecken. In Österreich stagnierte das BIP im zweiten Quartal laut Eurostat-Kriterien (saison- und arbeitstagbereinigt).

(APA)

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