AMS bekommt mehr Personal

Insgesamt werden zusätzliche 196 Mio. Euro zur Bekämpfung der Rekordarbeitslosigkeit eingesetzt. 400 neue Planstellen werden geschaffen.

Die Presse (Clemens Fabry)

Im AMS-Verwaltungsrat ist heute ein Paket zum Kampf gegen die Rekordarbeitslosigkeit in Österreich beschlossen worden. Demnach werden 400 neue Planstellen im Arbeitsmarktservice (AMS) geschaffen und fünf Projekte finanziert. Insgesamt werden zusätzliche 196 Millionen Euro für die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit eingesetzt, teilte das Sozialministerium in einer Aussendung am Mittwoch mit. "Dieses Paket ist ein wichtiger Schritt in Richtung unseres Zieles, die Menschen in Österreich bestmöglich für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren", betont Arbeits- und Sozialminister Alois Stöger (SPÖ).

Um ein sinnvolles Betreuungsverhältnis sicherzustellen, werde der Personalstand des AMS um 400 Planstellen aufgestockt. Damit kann der Betreuungsschlüssel des Jahres 2015 beibehalten werden. Die Aufstockung der Planstellen werde in den nächsten Tagen beginnen. Ein Pilotprojekt habe gezeigt, dass bei richtigem Einsatz des Personals die dadurch erzielten Einsparungen die zusätzlichen Personalkosten um ein Vielfaches übersteigen. Per Ende 2015 hatte das AMS laut Geschäftsbericht 5800 Beschäftigte, das entspricht 5200 Vollzeit-Arbeitsplätzen.

200 der insgesamt 400 neuen Planstellen sollen mit dem Jahr 2019 wegfallen: Jegliche Änderung der Reduktionshöhe (abweichend der 200 Stellen) muss im Einvernehmen mit dem Finanzministerium erfolgen." Das Finanzministerium poche auf die Einhaltung der heute im Verwaltungsrat getroffenen Vereinbarungen.

Die Planstellen selber sind unbefristet, ein eventueller Abbau würde durch Nicht-Nachbesetzung frei werdender Stellen erfolgen, erläuterte der Sprecher des Sozialministeriums gegenüber der APA.

Fachkräftestipendium wird wieder eingeführt

Weiters wird das Fachkräftestipendium wieder eingeführt. Damit wird für die Dauer einer Fachkräfteausbildung (Beruf mit Fachkräftemangel) für bis zu drei Jahre die finanzielle Existenz mit einem Stipendium gesichert. Mit dem neuen Paket sind 6500 Plätze für die nächsten zwei Jahre finanziert.

Mit dem Angebot der Arbeitsplatznahen Qualifizierung (AQUA) soll eine praxisnahe Aus- und Weiterbildung für die konkreten betrieblichen Anforderungen angeboten werden. Das Programm besteht aus einer theoretischen Ausbildung und einer praktischen Ausbildung im Ausbildungsbetrieb. Mit der Arbeitsmarktoffensive werden über die nächsten zwei Jahre zusätzlich 6500 Teilnehmer die Möglichkeit einer arbeitsplatznahen Qualifizierung erhalten.

Auch ein Modellprojekt überregionaler Vermittlung ist in dem Paket enthalten. Während die Arbeitslosigkeit in manchen Regionen steigt, sinkt sie in anderen. Arbeitslose sollen daher gezielt in Regionen mit sinkender Arbeitslosigkeit vermittelt werden.

Aufstockung von Integrationsmaßnahmen

Aufgestockt werden auch die Facharbeiter-Intensivausbildung und eine Reihe von Integrationsmaßnahmen des AMS. Im Zuge der Facharbeiter-Intensivausbildung wird es auch Arbeitsuchenden ab 18 ermöglicht, einen Lehrabschluss nachzuholen. Da hier Praxis und Vorerfahrungen berücksichtigt werden, beträgt die Dauer der Ausbildung nur zwischen ein und zwei Jahren.

Schließlich wird das Programm Qualifizierungsförderung für Beschäftigte bis Ende 2018 verlängert. Damit fördert das AMS die Kosten für Weiterbildungen von gering qualifizierten und älteren Arbeitnehmern, um diese stärker in betriebliche Weiterbildungsaktivitäten einzubeziehen.

(APA)

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