Chinesen wollen tschechischen Zughersteller kaufen

Skoda Transportation verfügt über das nötige Know-how für die Zulassung von Zügen in Europa, das dem chinesischen Bahnriese CRRCbisher fehlt.

Der chinesische Bahnriese CRRC hat nach tschechischen Medienberichten Interesse an einer Übernahme des Schienenfahrzeugherstellers Skoda Transportation. Für den Staatskonzern CRRC wäre der Maschinenbauer das Einfallstor zum europäischen Markt.

Eine Sprecherin des tschechischen Lokomotiv- und Triebwagenbauers wollte die Berichte am Dienstag weder bestätigen noch dementieren. Mit den Chinesen arbeite man gut zusammen und plane gemeinsame Projekte, wie die Teilnahme an einer Ausschreibung der israelischen Bahn, sagte Sprecherin Lubomira Cerna.

Skoda Transportation verfügt über das nötige Know-how für die Zulassung von Fahrzeugen in Europa, das den Chinesen bisher fehlt. Das Unternehmen hat knapp 5.000 Mitarbeiter und erzielte 2015 einen Umsatz von 18,3 Milliarden Kronen (677 Millionen Euro). Der Reingewinn lag bei umgerechnet 21,7 Millionen Euro.

In Deutschland ist den Tschechen vor kurzem ein Großauftrag entgangen: Der Bahnbetreiber National Express wollte 38 Niederflurzüge für die S-Bahn-Nürnberg bestellen. Das britische Unternehmen zog sein Angebot für den Betrieb des Netzes aber nach juristischen Auseinandersetzungen zurück. Skoda Transportation hat keine Beziehungen zu dem Autobauer Skoda aus Mlada Boleslav.

(APA/dpa)

Kommentar zu Artikel:

Chinesen wollen tschechischen Zughersteller kaufen

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.

Meistgelesen