Arbeitslosigkeit erstmals seit fünf Jahren rückläufig

Mit Ende November waren im Jahresabstand geringfügig weniger Menschen in Österreich arbeitslos - erstmals seit fünf Jahren. Von einer Entspannung kann aber noch nicht die Rede sein.

Von einer Trendwende am Arbeitsmarkt ist laut Experten trotz erstmals rückläufiger Arbeitslosenzahlen aber keine Rede.THEMENBILD: ARBEITSLOSIGKEIT
Von einer Trendwende am Arbeitsmarkt ist laut Experten trotz erstmals rückläufiger Arbeitslosenzahlen aber keine Rede.THEMENBILD: ARBEITSLOSIGKEIT
Von einer Trendwende am Arbeitsmarkt ist laut Experten trotz erstmals rückläufiger Arbeitslosenzahlen aber keine Rede. – (c) APA/DPA/JULIAN STRATENSCHULTE

Die Arbeitslosigkeit ist erstmals seit fünf Jahren leicht zurückgegangen. Ende November waren 429.139 Personen entweder arbeitslos vorgemerkt oder in Schulung, um 0,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen sank um 1,0 Prozent auf 355.669 Personen. Die Arbeitslosenquote nach österreichischer Berechnung lag bei 9,0 Prozent, um 0,2 Prozentpunkte niedriger.

"Natürlich ist das nur ein erster Lichtblick, denn angesichts der nach wie vor hohen Zahl an Arbeitssuchenden ist der Arbeitsmarkt von einer Entspannung noch weit entfernt", kommentiert das Sozialministerium am Donnerstag in einer Aussendung die Zahlen.

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Wien und NÖ gegen den Trend

In sieben Bundesländern ging die Arbeitslosigkeit zurück, nur in Wien und Niederösterreich stieg sie weiter an. Während das Plus bei den Arbeitslosenzahlen in Niederösterreich mit 2,0 Prozent (auf 57.430 Gemeldete) relativ deutlich ausfiel, konnte die Bundeshauptstadt einen nur geringfügigen Anstieg von 0,3 Prozent auf 125.295 Arbeitslosen melden. Dies bleibt österreichweit allerdings die mit Abstand höchste Zahl an gemeldeten Arbeitslosen vor Niederösterreich.

Das mit Abstand deutlichste Arbeitslosen-Minus im Jahresabstand meldet Tirol mit einem Rückgang von sieben Prozentpunkten auf 27.703 Menschen. Auch in Salzburg fiel das Minus mit 5,0 Prozent auf 17.308 Arbeitslose deutlich aus.

In der Gruppe der Männer (minus 1,9 Prozent) und unter den Inländern (minus 2,3 Prozent) konnten deutlichere Rückgänge der Arbeitslosenzahlen gemeldet werden. Am deutlichsten ist der Rückgang der gemeldeten Arbeitslosen bei Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren. Dort sank die Zahl im Jahresabstand um 8,9 Prozent auf 42.211 Arbeitslose.

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Arbeitsmarkt bleibt dynamisch

Der Rückgang bei den vorgemerkten Arbeitslosen und Schulungsteilnehmern zum Vorjahr betrug Ende November exakt 968 Personen. Bei den vorgemerkten Arbeitslosen war Ende November die Zahl um 3.624 Personen niedriger als im Vorjahr. Weiter steigend ist die Zahl der unselbstständig aktiv Beschäftigten, nämlich um 1,6 Prozent auf 3,515 Millionen.

Diese Dynamik spiegelt sich auch innerhalb der als arbeitslos gemeldeten Bevölkerungsgruppe wider: Seit Jahresbeginn haben 554.500 Arbeitslose wieder einen Job gefunden. Darunter waren auch 95.780 Menschen über 50 Jahren sowie 85.570 Jüngere, also 20- bis 24-Jährige.

Erholung war Ende November in der Bauwirtschaft zu verzeichnen, wo die Zahl der Arbeitslosen um 10,4 Prozent zurückging. Im Handel blieb die Zahl der Arbeitslosen unverändert, in der Warenproduktion sank sie um 2,6 Prozent und im Tourismus um 0,9 Prozent.

Bessere Zahlen in der EU

Die Arbeitslosigkeit ist im Oktober sowohl in der EU als auch in der Eurozone leicht gesunken. Gegenüber dem Vormonat verbesserte sich der Wert für die EU von 8,4 auf 8,3 Prozent. Die Währungsunion konnte die Arbeitslosenrate von 9,9 auf 9,8 Prozent senken. Österreich rangiert laut Eurostat vom Donnerstag mit 5,9 Prozent nur an neunter Stelle in der Europäischen Union.

Allerdings konnte die Alpenrepublik gegenüber September ebenfalls einen geringeren Wert einfahren - damals waren es noch 6,1 Prozent. Am niedrigsten war die Quote im Oktober in Tschechien (3,8 Prozent), am höchsten in Griechenland (23,4 Prozent). Insgesamt waren in der EU 20,488 Millionen Menschen arbeitslos, davon 15,91 Millionen in der Eurozone. Gegenüber September nahm die Zahl der Erwerbslosen in der EU um 190.000 ab, in der Währungsunion verringerte sie sich um 178.000.

(APA/ekh)

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