700 Tonnen Müll aus Rom in Zwentendorf eingetroffen

Müll aus Rom kam in 62 luftdichten Containern. Er wird in Dürnrohr bei Zwentendorf verbrannt. Die EVN liefert dann Fernwärme nach St. Pölten.

Der erste Müll-Zug aus Rom
Der erste Müll-Zug aus Rom
Der erste Müll-Zug aus Rom – APA/EVN

Der erste Zug mit italienischem Hausmüll ist Donnerstagfrüh bei der Müllverbrennungsanlage in Dürnrohr bei Zwentendorf (Bezirk Tulln) eingetroffen. Auf der Schiene wurden in 62 luftdicht verschlossenen Containern 700 Tonnen Abfälle aus Rom angeliefert, berichtete EVN-Sprecher Stefan Zach.

Erste Mengen wurden bereits der Verwertung zugeführt. Vorangegangene Qualitätsmessungen ergaben, dass die Konsistenz nahezu identisch mit Hausmüll aus Niederösterreich sei - einzig mehr Spaghetti- und Nudelverpackungen sind enthalten.

Die Müllverbrennungsanlage weist eine Jahreskapazität von 500.000 Tonnen aus, maximal 70.000 dürfen per Vertrag aus Italien kommen. "Wir erzeugen daraus Strom für 170.000 Haushalte in der Region und Fernwärme für St. Pölten und Unternehmen", so Zach.

Der Mülltransport nach Österreich ist zur Entlastung der italienischen Hauptstadt dringend notwendig. Bisher ließen sich in Rom keine Entsorgungsmöglichkeiten umsetzen, die laut EU-Gesetzgebung ohnehin verbotene Deponie Malagrotta wurde 2013 geschlossen. Nach der Schließung von Malagrotta suchte Rom vergeblich nach anderen Entsorgungsmöglichkeiten. Pläne für die Errichtung von Müllverbrennungsanlagen scheiterten an Anrainerprotesten. Dazu kamen Missmanagement und Korruption bei der Müllentsorgungsfirma AMA, bei der ein Finanzloch von 650 Millionen Euro klafft.

Die Probleme mit der Müllentsorgung drohen sich in Rom zuzuspitzen. Die Umweltbeauftragte der Gemeinde Rom, Paola Muraro, die die Müllentsorgung in der Ewigen Stadt hätte lösen sollen, trat vergangene Woche zurück. Muraro zog die Konsequenzen aus den Ermittlungen, welche die römische Staatsanwaltschaft wegen Amtsmissbrauchs und Verstoß gegen Umweltgesetze gegen sie aufgenommen hat. Die Vorwürfe gegen sie beziehen sich auf die Zeit ihrer Beratungstätigkeit für die städtische Müllentsorgungsgesellschaft AMA.

>>>Roms Müll landet in Österreich

(APA)

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