Tiroler Zigaretten für die USA

Mit elektrischen Zigaretten hat sich das Tiroler Unternehmen Von Erl binnen zwei Jahren auf dem Markt etabliert. Jetzt „dampft“ man in den USA.

Symbolbild.
Symbolbild.
Symbolbild. – (c) APA/HELMUT FOHRINGER

Innsbruck/Wien. Man sei ein Start-up, betont Günter Höfert, Geschäftsführer der Firma Von Erl. Ein recht erfolgreiches, wenn man sich die Zahlen anschaut. 2015 machte das Unternehmen einen Umsatz von gerade einmal 2,5 Millionen Euro, heuer werden es „zwischen 30 und 35 Millionen Euro sein“.

Die Vervielfachung verdankt man einem Produkt, das man sich von einer Tiroler Firma nicht unbedingt erwartet: einer elektrischen Zigarette. Denn Österreich hat beim Vertrieb von E-Zigaretten eine der strengsten Regelungen Europas. Trotzdem ist die Zigarette der Tiroler beliebt, vielleicht gerade deswegen vor allem im Ausland: Ein Großteil des Umsatzes wird in den USA gemacht.

„Wir haben für heuer mit vier Großhändlern in den Vereinigten Staaten Verträge mit einem Marktvolumen von mehr als zehn Millionen Euro unterzeichnet“, sagt Höfert. Den Sprung hat man Mitte vergangenen Jahres gewagt – eher ein Schnellschuss als eine lang geplante Expansion.

„In den USA standen strengere Bestimmungen für die Zulassung von E-Zigaretten bevor.“ Wer in den Vereinigten Staaten künftig elektrische Zigaretten verkaufen will, muss Studien und umfassende Untersuchungen vorlegen. Damit kann sich eine Markteinführung über Jahre ziehen.

„Für uns lautete die Frage: Jetzt wagen oder jahrelang warten.“ Man wagte und reichte das ganze Sortiment knapp vor Beginn der neuen Bestimmungen in den USA zur Zulassung ein.

Der Schritt zahlte sich aus. „Es war für uns ein Risiko, aber wir sind damit unglaublich erfolgreich.“ Das Interesse an den E-Zigaretten von Von Erl in den USA sei enorm. Eine der Herausforderungen sei es, dieses Interesse zu bewältigen. „Man muss das schnelle Wachstum auch operativ schaffen“, erklärt Höfert. Das beginne damit, Mitarbeiter zu finden – aktuell beschäftigt man in Hall in Tirol 30 Personen – und die Produktion nach oben zu fahren. Die Teile für die E-Zigarette werden in Asien gefertigt, die Montage und Verpackung erfolgt in Tirol.

 

„Eine Art Nespresso-Kapsel“

Was zeichnet die Von-Erl-Zigaretten aus? „Wir haben ein sehr einfaches, geschlossenes System“, erklärt Mitgründer Höfert. Es sei „eine Art Nespresso-Kapsel“, die man in die E-Zigarettenhalter hineinstecke, „und das war's“.

Befragt zu den gesundheitlichen Aspekten des „Dampfens“, das als weitaus weniger schädlich als das Rauchen dargestellt wird, meint Höfert: „Wir wollen niemanden zum Rauchen bringen. Das Produkt zielt auf Raucher ab, die weniger schädlich rauchen wollen. Aber natürlich ist es am gesündesten, überhaupt nicht zu rauchen oder zu dampfen.“ (rie)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.01.2017)

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