"Trendwende": Arbeitslosigkeit geht um 1,8 Prozent zurück

430.758 Menschen waren im März ohne Job. Die Arbeitslosenquote sank auf 8,9 Prozent. Es gab auch einen Anstieg bei den offenen Stellen.

THEMENBILD: ARBEITSMARKTSERVICE AMS / ARBEITSLOSENZAHLEN /ARBEITSLOSE
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Weniger Arbeitslose im März – APA/HERBERT PFARRHOFER

Der Arbeitsmarktlage hat sich im März aufgehellt: Im Vorjahresvergleich ist die Arbeitslosigkeit (Arbeitslose und Schulungsteilnehmer) um 1,8 Prozent gesunken. Insgesamt 430.758 Personen (inklusive Schulungsteilnehmer) hatten keinen Job. Arbeitslos gemeldet waren Ende März 354.072 Personen, ein Rückgang um 3,7 Prozent und damit der deutlichste Rückgang der letzten fünf Jahre. Parallel zum Rückgang der Arbeitslosigkeit ist im März auch die Beschäftigung weiter gestiegen. Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten wuchs 1,6 Prozent auf nunmehr 3,614 Millionen Personen. Die Arbeitslosigkeit Jugendlicher (15 bis 24 Jahre) war besonders stark rückgängig, nämlich um 13,8 Prozent auf 38.962.

AMS-Vorstand Johannes Kopf sieht nun die Trendwende am Arbeitsmarkt gekommen: "Vorsichtig hat sie sich während der letzten Monate schon angekündigt, an sie glauben haben wir aufgrund der Dezember-Prognosen jedoch noch nicht dürfen. Jetzt ist sie aber wohl wirklich da, die Trendwende am Arbeitsmarkt", kommentiert er auf der AMS-Homepage die jüngsten Zahlen.

Kopf: "War an der Zeit"

Deutlich rückläufige Arbeitslosenzahlen insbesondere im Bau sowie im Bereich der Herstellung von Waren und weiter stark steigende Stellenmeldungen lassen auf einen echten Konjunkturaufschwung schließen, erläutert Kopf: "Nach fünf langen Jahren war es auch Zeit."

Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) sieht die Arbeitsmarktentwicklung des Monats März ebenfalls positiv, denn sie zeige, dass die Maßnahmen der Bundesregierung wirkten. "Solange aber Menschen keine Arbeit finden können, haben wir keinen Anlass zur Zufriedenheit. Daher heißt es jetzt konsequent die nächsten Schritte zu setzen", pocht er auf die rasche Umsetzung der "Aktion 20.000", mit der Langzeitarbeitslose ab 50 Jahren einen Job in gemeinnütziger Arbeit finden sollen. Dafür müssten die Bundesregierung, die Bundesländer, die Bezirksverwaltungsbehörden und das AMS weiter an einem Strang ziehen.

Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner ortet, dass sich die Stimmung in der Wirtschaft gedreht habe. "Unsere Maßnahmen und Angebote beginnen zu wirken“, sagte Mitterlehner. Dies sei genauso positiv und erfreulich wie die erhöhten Wachstumsprognosen der Wirtschaft, aber sicher kein Grund für tatenlose Selbstzufriedenheit. "Die Trendwende am Arbeitsmarkt wird nur dann nachhaltig sein, wenn weitere Reformen umgesetzt werden. Von flexiblen Arbeitszeiten über weniger Bürokratie bis zur stärkeren Vermittlung von Arbeitslosen in freie Stellen gibt es noch sehr viel zu tun“, nennt Mitterlehner Beispiele.

Mehr ältere Arbeitslose

Die nationale Arbeitslosenquote sank um 0,4 Prozentpunkte auf 8,9 Prozent. Unverändert hoch blieb die Quote bei Älteren mit 10,1 Prozent. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit fiel bei Männern um 5,5 Prozent und Inländern um 5,2 Prozent stärker aus. Weniger stark sank die Arbeitslosigkeit bei Frauen, nämlich nur um 1,1 Prozent. Praktisch stagniert hat die Ausländerarbeitslosigkeit 0,1 Prozent. Deutlich ansteigend ist die Arbeitslosigkeit bei Personen mit gesundheitlichen Vermittlungseinschränkungen mit 6,4 Prozent. Stark stieg die Arbeitslosigkeit bei den Älteren ab 50 Jahren, nämlich um fünf Prozent auf 107.362 Arbeitslose. Fast jeder dritte vorgemerkte Arbeitslose ist damit über 50 Jahren.

Bei den Schulungsteilnehmern gab es in allen Bundesländern mit Ausnahme von Salzburg einen Zuwachs:

Der deutliche Anstieg gemeldeter offener Stellen um 44,5 Prozent auf 53.142 zeige den weiterhin positiven Trend nach steigender Arbeitskräftenachfrage, so das Sozialministerium am Montag. Auch am Lehrstellenmarkt zeigt sich ein positiver Trend: Während die Zahl der Lehrstellensuchende mit 5.330 Personen stabil blieb, ist die Zahl der offenen Lehrstellen um 917 auf 4.256 gestiegen.

(APA)

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